Ein Instagram-Post mit Kindernamen sorgt in Innsbruck für politischen Aufruhr – und bringt einen FPÖ-Politiker erneut in Erklärungsnot.
Ein Instagram-Beitrag des Innsbrucker FPÖ-Gemeinderats und Vizeklubchefs Fabian Walch hat Mitte September 2026 eine breite politische Debatte ausgelöst. Walch veröffentlichte auf seinem Profil eine Liste mit 25 Vornamen von Kindern einer ersten Klasse einer Innsbrucker Pflichtschule – die Nachnamen waren geschwärzt.
Offenbar zielte seine Aussage dabei weniger auf einzelne Vornamen ab, sondern auf Namen, die er bestimmten Herkunftsgruppen zuordnet. Einen Blick auf die Schulen bezeichnete Walch in diesem Zusammenhang als „Blick in die Zukunft“. Ohne eine beginnende Remigration würden die Innsbrucker seiner Ansicht nach „zur Minderheit in unserer eigenen Stadt werden“.
Scharfe Ablehnung
Die Tiroler Grünen und die Innsbrucker SPÖ reagierten mit der Forderung nach seinem Rücktritt und erhoben schwere Rassismusvorwürfe. Zeliha Arslan, Integrationssprecherin der Tiroler Grünen, sah in dem Posting eine implizite Vertreibungsdrohung gegenüber Kindern. Grünen-Klubobmann Dejan Lukovic bezeichnete den Beitrag als „Rassismus in Reinform“.
Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr von der Innsbrucker SPÖ sprach von einer „völligen Entgleisung“ und kritisierte, dass Kinder für politische Zwecke instrumentalisiert würden. Walch selbst wies die Vorwürfe zurück. Er betonte, dass er mit seinem Posting keine Abschiebung von Kindern gefordert habe, und erläuterte, dass er unter „Remigration“ ausschließlich die Rückführung illegal aufhältiger sowie straffällig gewordener Ausländer verstehe.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz verwies in diesem Zusammenhang auf einen früheren, vergleichbaren Vorfall und hielt fest: „Die Namen von Volksschulkindern zu nennen ist natürlich unnötig.“
Walchs Vorgeschichte
Für Walch, der seit Mai 2024 im Innsbrucker Gemeinderat sitzt, ist es nicht der erste politische Konflikt dieser Art. Er war bereits wegen seiner Teilnahme an einem Treffen mit rechtsextremen Verbindungen in Schnellroda in die Kritik geraten. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtete, soll selbst FPÖ-Landesparteichef Markus Abwerzger über Walchs Verhalten damals äußerst verärgert gewesen sein.