In Österreich zeichnet sich eine hitzige Debatte über die Erhöhung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen ab. Die FPÖ plant, das Tempolimit auf 150 km/h anzuheben – ein Vorschlag, der trotz fehlender offizieller Bestätigungen bereits öffentlich diskutiert wird. Der Sender ORF III berichtete in der Vorwoche über dieses potenzielle Vorhaben.

Wo die FPÖ in Regierungsverantwortung tritt, steht die Lockerung von Geschwindigkeitsbegrenzungen oft auf der Tagesordnung. So kippte Marlene Svazek in Salzburg den sogenannten Luft-100er auf der Tauernautobahn, da sich die Luftqualität verbessert habe, obwohl das Land dadurch Millionen an Einnahmen verliert.
Ähnliche Schritte erwägt der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ). Ein Bericht der „Kleinen Zeitung“ legt nahe, dass bei der bevorstehenden Regierungsklausur das Ende des steirischen IGL-100ers besprochen werden könnte.
Die ÖVP, als Koalitionspartner, zögert, eine Erhöhung auf 150 km/h zu unterstützen. Die Partei sieht keinen dringenden Anlass, die gegenwärtige Regelung zu ändern.
Teststrecken mit Tempolimit
Bereits unter einer früheren schwarz-blauen Koalition initiierte der damalige Verkehrsminister Norbert Hofer Teststrecken mit einem Tempolimit von 140 km/h auf der A1. Diese wurden jedoch nach dem Regierungswechsel von Ministerin Leonore Gewessler aus Gründen des erhöhten CO2-Ausstoßes wieder aufgehoben.
Kritik und ökologische Bedenken
Fachleute äußern erhebliche Sicherheitsbedenken bezüglich eines höheren Tempolimits. Verkehrsplaner Günter Emberger hebt hervor, dass die Unfallschwere steigen kann, wenn auf Autobahnen Fahrzeuge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind.
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Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) warnt vor einem um rund 20 Prozent höheren Spritverbrauch und damit höheren CO2-Emissionen bei Fahrten mit 150 km/h im Vergleich zu 130 km/h. Diese ökologischen Bedenken sind angesichts steigender Treibstoffpreise und der Klimasituation für viele Autofahrer von Bedeutung.