Start Politik
Bildungskonzept

FPÖ will Deutschpflicht vor Schuleintritt einführen

(FOTO: iStock/Drazen Zigic/wikimedia/C.Stadler/Bwag)
(FOTO: iStock/Drazen Zigic/wikimedia/C.Stadler/Bwag)

In der jüngsten Pressekonferenz der FPÖ, präsentierte deren Bildungssprecher Hermann Brückl das neue Bildungskonzept seiner Partei. Der Kernpunkt des Konzepts: Die Abschaffung der Schulpflicht zugunsten einer Bildungspflicht und die Einführung einer Deutschpflicht vor dem Schuleintritt. Diese Vorschläge haben sowohl von Bildungsexperten als auch von anderen politischen Parteien erhebliche Kritik hervorgerufen.

FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl betonte, dass öffentliche Schulen weiterhin der zentrale Ort der Bildung sein sollten. Allerdings sollte der Fokus auf das Erreichen von Bildungszielen liegen, die nicht näher definiert wurden und auch außerhalb der Schule erreicht werden können. Dies lässt darauf schließen, dass die FPÖ den Heimunterricht weiter ausbauen möchte. Dieser Gedanke ist nicht neu, da die FPÖ ein Familienbild vertritt, in dem Mütter die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung übernehmen.

Deutschpflicht

Die Einführung einer Deutschpflicht vor dem Schuleintritt ist ein weiterer zentraler Punkt des FPÖ-Konzepts. Dieser Vorschlag stieß auf erhebliche Kritik. Verfassungsjurist Heinz Mayer bezeichnete ihn auf Nachfrage der Presse als „sehr problematisch“. Die Menschenrechtskonvention verpflichtet den Staat, eine Schulausbildung zu ermöglichen. Wie die Kinder dennoch Deutsch lernen sollen, ließ Brückl offen.

„absurden“ Forderungen

Die Reaktionen auf die Vorschläge der FPÖ waren überwiegend negativ. ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek nannte sie „billigen Populismus“ und betonte, dass „jedes Kind die beste Bildung verdient“. Er kritisierte die FPÖ weiterhin für ihre „umfangreiche Inhaltsleere“ in der Bildungspolitik. Auch die SPÖ-Bildungssprecherin Petra Tanzler zeigte sich „entsetzt“ und bezeichnete die Idee, den Schuleintritt an Deutschkenntnisse zu knüpfen, als „an Absurdität nicht zu übertreffen“. Die Grünen sprachen ebenso von „absurden“ Forderungen.

Das FPÖ-Konzept sieht auch die Einrichtung von „Auszeitklassen“ für verhaltensauffällige Schüler vor. Diese Idee fand bei Wiens Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (Neos) Zustimmung. Er kann sich solche Klassen vorstellen, um dem steigenden „Gewalt- und Konfliktpotenzial“ an Schulen zu begegnen.

Quelle: OTS FPÖ