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Harte Kritik an Serbien: „Das Land befindet sich immer noch in Miloševićs Zeit”

Harte Kritik an Serbien: "Das Land befindet sich immer noch in Miloševićs Zeit" (FOTO: Instagram; YouTube/Screenshot)

Nihad Čolpa, ein Mitglied des Abgeordnetenhauses des Parlaments der bosniakisch-kroatischen Föderation richtete harsche Kritik an die serbische Regierung aus. Die Entscheidung Serbiens, wonach die Bürger der Republika Srpska-Entität bei der Einreise nach Serbien keinen PCR-Test im Vergleich zu Bewohnern der Föderation benötigen, bezeichnete er als skandalös.

Mitte Dezember stattete Milorad Dodik, der serbische Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums, einen Besuch dem serbischen Präsident Aleksandar Vučić ab. Dabei redeten sie, unter anderem, auch über die coronabedingten Eireisebestimmungen zwischen Serbien und Republika Srpska. Vučić wies darauf hin, dass Serbien die Grenze für Menschen aus der Republika Srpska auf gar keinen Fall schließen werde (KOSMO berichtete).

Laut Čolpa zeigt dies, dass sich das Land noch in der Zeit von Slobodan Milošević befinde.

Serbien legt weiße Bänder auf die Hände von Bürgern, die nicht in der Republika Srpska-Entität leben, und verletzt somit die territoriale Souveränität von Bosnien-Herzegowina“, äußerte sich Čolpa. Er bezieht sich in dieser Kritik auf die Ereignisse aus dem Jugoslawien-Krieg, als nicht-serbische Bevölkerung in manchen von der serbischen Armee eroberten Orten weiße Bänder als Erkennungsmerkmal tragen musste. “Mit dieser Entscheidung wird die Souveränität der RS-Entität anerkannt. Es liegt nicht in der Zuständigkeit Serbiens, sich mit dem Wohnsitz von Bürgern in Bosnien und Herzegowina zu befassen, solange sie einen gültigen Reisepass haben. Außer Serbien glaubt, dass es die RS-Entität annektiert hat, so wie es Russland mit der Krim und dem Donbass getan hat. Der Reisepass ist ein Dokument, welches entweder für alle Staatsbürger oder für niemanden gleichermaßen gültig ist. Stellen Sie sich vor, wir können sagen, dass deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in Bayern nach Bosnien-Herzegowina einreisen können und diejenigen aus Baden-Württemberg nicht“, betont Čolpa.

Das Schweigen der höchsten Staatsbeamten Bosnien-Herzegowinas, die noch nicht auf die undiplomatische und unzivilisierte Entscheidung der serbischen Regierung reagiert haben, ist besorgniserregend und beschämend. Ihr Mund ist voller Bosnien-Herzegowina und sie sehen nicht, dass Serbien einen Teil von Bosnien-Herzegowina subtil annektieren will. In den letzten Jahren gelingt es Serbien oft, seine Ziele in Bosnien-Herzegowina anhand politischen Mitteln zu erreichen. Diese Ziele konnten nicht einmal erreicht werden, als es die viertgrößte Militärmacht der Welt unterstützte. Die jüngsten negativen politischen Ereignisse in Bosnien-Herzegowina sagen etwas über die Fähigkeit der Politiker aus Sarajevo aus“, so Čolpa.

Quellen und Links:
klix.ba