Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Brennende Flaggen

„Hass gegen Kroaten“: Spannungen in Bosnien eskalieren

„Hass gegen Kroaten“: Spannungen in Bosnien eskalieren
FOTO: Facebook/Zepački dnevnik
2 Min. Lesezeit |

In der Nähe von Zepce, einer Stadt in Bosnien und Herzegowina, wurden kürzlich die Flaggen Kroatiens und der bosnischen Kroaten verbrannt. Die Polizei wurde über den Vorfall informiert, den eine lokale kroatische Veteranenorganisation mit dem zeitgleich stattfindenden Konzert des umstrittenen Sängers Marko Perkovic Thompson in der kroatischen Hauptstadt Zagreb in Verbindung brachte.

Lokale Medien dokumentierten den Vorfall mit Fotos der verbrannten Flaggen. Der Freiwilligenverband veröffentlichte dazu eine Stellungnahme, in der er den Vorfall am Standort Sisina voda als „Ausbruch von Hass gegen das kroatische Volk“ bezeichnete.

Reaktion der Veteranen

In ihrer Mitteilung äußerte die Organisation tiefe Besorgnis über diesen Akt des Vandalismus. Sie forderte die Polizei auf, die Verantwortlichen zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern und einer Verschärfung ethnischer Spannungen entgegenzuwirken.

Der Zeitpunkt des Vorfalls fiel mit dem Konzert von Marko Perkovic Thompson in Zagreb zusammen, was laut der Veteranenorganisation kein Zufall sein dürfte.

Wachsende ethnische Spannungen

Der Vorfall in Zepce ereignet sich vor dem Hintergrund zunehmender ethnischer Spannungen in Bosnien und Herzegowina. In den vergangenen Wochen hat sich die Situation zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen erneut verschärft. Die kroatische Gemeinschaft im Land beklagt seit langem ihre politische Marginalisierung, während gleichzeitig die Sezessionsbestrebungen der serbischen Entität Republika Srpska für zusätzliche Unruhe sorgen.

⇢ Wien gedenkt Srebrenica-Opfern – FPÖ fordert „umfassende Erinnerung

Zwischen der Zentralregierung in Sarajevo und der Republika Srpska bestehen anhaltende Konflikte, die das gesamtgesellschaftliche Klima belasten und das Risiko provokativer Vorfälle wie der Flaggenverbrennung erhöhen. Ähnliche Akte des Vandalismus gegen ethnische Symbole haben in den letzten Jahren wiederholt stattgefunden und werden von Vertretern aller Ethnien als gezielte Provokationen wahrgenommen, die das fragile Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen weiter belasten.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen