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Teilnehmerschwund

Historisch: Diese Nationen boykottieren Eurovision 2026 in Wien

Historisch: Diese Nationen boykottieren Eurovision 2026 in Wien
FOTO: EPA/GEORGIOS KEFALAS
3 Min. Lesezeit |

Der Boykott mehrerer Länder wegen Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 in Wien führt zu einer historisch niedrigen Teilnehmerzahl. Nur 35 Nationen werden beim Jubiläumswettbewerb vertreten sein – so wenige wie seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Dennoch gibt es auch positive Signale: Bulgarien, Rumänien und die Republik Moldau kehren auf die ESC-Bühne zurück.

Die Weichen für Israels Teilnahme wurden Anfang Dezember gestellt, als die Europäische Rundfunkunion (EBU) das Thema nicht zur Abstimmung brachte. Stattdessen wurden Regeländerungen beschlossen, die unter anderem den staatlichen Einfluss auf die Werbekampagnen der Teilnehmer einschränken sollen. Als Reaktion darauf kündigten die Niederlande, Spanien, Irland und Slowenien unmittelbar ihren Rückzug an. Eine Woche später folgte auch Island diesem Beispiel.

Diese Absagenwelle stellt den umfangreichsten Boykott in der Geschichte des Wettbewerbs dar. Hintergrund der Kontroverse ist das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023. Nach den zahlreichen Absagen gab die EBU am Montag aus Genf die endgültige Teilnehmerliste für den 70. Eurovision Song Contest bekannt.

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Historischer Kontext

In der Anfangszeit des ESC war eine überschaubare Teilnehmerzahl die Norm. Bis in die 1960er Jahre blieb die Anzahl unter 20 Ländern, beim Debüt 1956 waren es sogar nur sieben Nationen. Als Nicole 1982 mit „Ein bisschen Frieden“ triumphierte, standen lediglich 18 Länder im Wettbewerb.

Der große Zuwachs erfolgte in den 1990er Jahren, nicht zuletzt durch die neuen Staaten nach dem Zerfall der Sowjetunion und Jugoslawiens. In Riga 2003 traten 26 Länder an, ein Jahr später in Istanbul bereits 36. Den bisherigen Höhepunkt markierte Düsseldorf 2011 mit 43 teilnehmenden Nationen.

Boykotte sind in der ESC-Geschichte keine Seltenheit. Besonders bemerkenswert war das Jahr 1970, als Finnland, Norwegen, Portugal und Schweden dem Wettbewerb fernblieben. Sie protestierten gegen die Abstimmungsregeln und das angeblich mangelnde Niveau der Veranstaltung. In jenem Jahr vertrat Katja Epstein Deutschland mit „Wunder gibt es immer wieder“.

Verbindende Kraft

ESC-Direktor Martin Green betonte trotz der aktuellen Spannungen die verbindende Kraft des Wettbewerbs: „Während wir uns auf die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Jubiläum des Eurovision Song Contest vorbereiten, bleibt er ein Ort, an dem Stimmen, Kulturen, Sprachen und Musik miteinander verschmelzen.“ Der Wettbewerb zeige, dass „in einer schwierigen Welt eine bessere möglich ist“.

Green hob besonders die Rückkehr Bulgariens, Rumäniens und der Republik Moldau hervor, die er als „eindrucksvollen Beweis für die anhaltende Kraft des Eurovision Song Contest“ und dessen vereinigende Wirkung durch Musik bezeichnete.

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Für einige Nationen war hingegen gerade die Teilnahme Israels Voraussetzung für ihre eigene Beteiligung. Die deutsche Bundesregierung hatte sich explizit gegen einen Ausschluss Israels ausgesprochen, das mit vier Siegen – zuletzt 2018 – zu den erfolgreichsten ESC-Teilnehmern zählt.

Der Wettbewerb findet traditionell im Land des Vorjahressiegers statt. Der österreichische Countertenor JJ sicherte mit seinem Siegertitel „Wasted Love“ beim Finale in Basel den Austragungsort Wien, wo am 16. Mai 2026 das Finale steigen wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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