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Wärmeschock

Temperatursturz im Tourismus: Tiroler Skigebiet kapituliert

Temperatursturz im Tourismus: Tiroler Skigebiet kapituliert
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Während die Thermometer steigen, sinken die Hoffnungen der Tiroler Skigebiete. Die Mutterer Alm bei Innsbruck zieht jetzt die Notbremse – mit drastischen Konsequenzen.

Die milden Temperaturen setzen den Tiroler Skigebieten erheblich zu. Derzeit können die Schneekanonen nicht in Betrieb genommen werden, was zu deutlichen Einschränkungen im Skibetrieb führt. Besonders drastisch reagierte die Mutterer Alm bei Innsbruck, die ihren Betrieb vorübergehend komplett einstellte. Eine Wetterbesserung ist in dieser Woche nicht zu erwarten.

Die Verantwortlichen der Mutterer Alm im Bezirk Innsbruck-Land haben eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen. „Der Lift- und Skibetrieb bleibt von Montag bis einschließlich Donnerstag geschlossen“, erklärt Pistenchef David Hueber. Der Grund: Die Kombination aus hohen Temperaturen und Niederschlägen hat den Kunstschnee, der bereits seit dem 17. November die Pisten bedeckte, nahezu vollständig aufgelöst.

Diese außergewöhnliche Maßnahme soll das wichtige Weihnachtsgeschäft sichern, betont Hueber. Das Pistenteam wird in den kommenden Tagen sämtliche noch verfügbaren Schneereserven zusammentragen, um eine solide Pistengrundlage zu schaffen. „Natürlich hoffen wir, dass ab Freitag auch das Beschneien wieder möglich sein wird“, fügt der Pistenchef hinzu.

Regionale Auswirkungen

Auch andere Skigebiete kämpfen mit den Bedingungen. Die Bergeralm in Steinach am Brenner kann aktuell nur fünf ihrer insgesamt 14 Pisten öffnen. Sowohl die Talabfahrt als auch die zuvor bereits geöffnete Rodelbahn mussten gesperrt werden. „Für diese Jahreszeit ist das wirklich ungewöhnlich“, wurde gegenüber der „Krone“ erklärt.

Die Langlaufregion Seefeld leidet ebenfalls unter dem Schneemangel. Von den neun verfügbaren Loipen sind derzeit nur drei nutzbar – allesamt mit Kunstschnee präpariert. Im benachbarten Leutasch, das normalerweise als schneesicheres Gebiet gilt, stehen momentan lediglich drei von 20 Loipen zur Verfügung. Diese wenigen nutzbaren Strecken verdanken ihre Existenz dem im Vorwinter künstlich erzeugten und anschließend konservierten Schnee.

Wetterprognose

Für die künstliche Beschneiung von Pisten und Loipen sind deutliche Nachtfröste erforderlich – die jedoch laut Michele Salmi vom Wetterdienst UBIMET in dieser Woche in mittleren Höhenlagen ausbleiben werden. Am Dienstag wird der Südföhn die Temperaturen in Tirol weiter ansteigen lassen. Im Inntal werden bis zu neun Grad erwartet, während in Höhenlagen um 1000 Meter sogar zweistellige Plusgrade möglich sind. Das Tannheimer Tal könnte Temperaturen von bis zu zwölf Grad verzeichnen.

Zwar kündigt sich für Mittwoch ein Italientief an, doch die Niederschläge werden minimal ausfallen – lediglich vereinzelte Regentropfen und oberhalb von 1700 Metern vereinzelte Schneeflocken sind zu erwarten. Ab Donnerstag dominieren erneut Sonnenschein und Temperaturen bis zu neun Grad, besonders im Inntal. „In mittleren Höhenlagen bleibt es sogar noch wärmer“, erläutert Meteorologe Salmi. Obwohl die Nächte in den Tälern leicht frostig werden könnten, rechnet der Wetterexperte in Höhenlagen ab 1000 Metern mit deutlichen Plusgraden – Bedingungen, unter denen die Schneekanonen nicht arbeiten können.

Eine grundlegende Wetteränderung könnte möglicherweise in der Weihnachtswoche eintreten.

„Allerdings gehen die Prognosemodelle noch weit auseinander“, äußert sich Salmi zurückhaltend zu den längerfristigen Aussichten.