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Energiekrise

Hohe Tankpreise: Experten schlagen Tempolimits zur Spritersparnis vor

Hohe Tankpreise: Experten schlagen Tempolimits zur Spritersparnis vor
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Krieg im Nahen Osten, steigende Spritpreise in Österreich – und eine Regierung, die nach Antworten sucht.

Der israelisch-amerikanische Angriff auf den Iran hat die Benzinpreise in Österreich in die Höhe getrieben und die Bundesregierung zur Einführung einer Spritpreisbremse bewogen. In Österreich sind die Benzinpreise um etwa 13 Prozent gestiegen. Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) brachte als „pragmatischen Ansatz“ ein freiwilliges Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen ins Spiel, das den Kraftstoffverbrauch um bis zu 25 Prozent reduzieren könnte. Versorgungsengpässe sind nach aktuellem Stand nicht zu befürchten.

Österreich reguliert Tankstellenpreise, indem Betreiber die Kraftstoffpreise nur dreimal pro Woche anheben dürfen, während Senkungen jederzeit möglich sind. Diese Spritpreisbremse soll die Auswirkungen der Krise abfedern.

Österreichs Abhängigkeit

Michael Schwendinger vom Verkehrsclub Österreich sieht in der Entwicklung ein Musterbeispiel dafür, wie stark Österreich durch seine Abhängigkeit von Erdölimporten bei internationalen Konflikten in die Defensive gerät. Er fordert ein umfassendes Maßnahmenpaket, das sowohl den Energieverbrauch im Verkehrsbereich senkt als auch den Wechsel zu erneuerbaren Energiequellen beschleunigt. Allein durch eine kraftstoffsparende Fahrweise ließen sich demnach 15 bis 20 Prozent einsparen.

Schwendinger bestätigt die Kalkulation von Zehetner, wonach Tempo 100 auf Autobahnen rund ein Viertel des Spritverbrauchs einsparen kann. Auch eine Reduktion auf Freilandstraßen auf 80 km/h sei denkbar und könnte probeweise für sechs Monate eingeführt werden.

Geforderte Maßnahmen

Damit mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, brauche es zudem eine gezielte Bewusstseinskampagne seitens der Regierung. Gleichzeitig sollten Unternehmen stärker in die Verantwortung genommen werden – etwa durch die Bereitstellung von Job-Tickets, Firmenrädern oder die Förderung von Fahrgemeinschaften.

Der Vergleich mit dem Ukraine-Krieg liegt nahe: Auch damals trieben internationale Ereignisse die Energiepreise in Österreich in die Höhe – die Bundesregierung reagierte seinerzeit jedoch mit einer breit angelegten Kampagne, während eine vergleichbare Initiative diesmal bislang ausbleibt.

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KO KOSMO-Redaktion
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