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Energiekrise

Österreichische Nationalbank warnt: Iran kann Weltmarkt lahmlegen

Österreichische Nationalbank warnt: Iran kann Weltmarkt lahmlegen
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Ein Nadelöhr entscheidet über den Weltmarkt – und Ökonomen haben nun durchgerechnet, was eine Sperrung wirklich kosten würde.

Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls passiert die Straße von Hormus – eine Blockade durch den Iran hätte damit unmittelbare Folgen für das globale Angebot und würde die Preise massiv in die Höhe treiben. In den ersten beiden Wochen nach der Sperre kletterte der Preis für ein Fass Brent von 73 US-Dollar auf rund 100 US-Dollar.

Laut Berechnungen, die auf historisch beobachteten Preisreaktionen basieren, würde ein vollständiger Stopp des Durchgangsverkehrs – das entspricht einem Ausfall von 20 Millionen Fass täglich – den Ölpreis um 38 bis 99 Prozent auf 101 bis 146 US-Dollar treiben, sofern die Blockade anhält. Die bislang registrierten Preisausschläge bewegen sich damit noch im unteren Bereich dieser Schätzungen – möglicherweise weil viele Marktteilnehmer von einer zeitlich begrenzten Unterbrechung ausgehen und mit einer schrittweisen Rückkehr zur Normalversorgung rechnen.

Mögliche Gegenmaßnahmen

Ökonomen der Oesterreichischen Nationalbank haben in einem eigens entwickelten Modell untersucht, wie Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt kurzfristig auf eine solche Blockade reagieren würden. Die Studie umfasst insgesamt vier Szenarien: Neben dem Fall einer vollständigen Sperrung der Meerenge wurden drei weitere Varianten berechnet, die jeweils unterschiedliche Gegenmaßnahmen zur Abfederung des Versorgungsausfalls vorsehen – darunter die Umleitung von Rohöl über Pipelinerouten, Ausnahmeregelungen für iranische Tanker sowie die Freigabe strategischer Erdölreserven.

Werden alle diese Maßnahmen gleichzeitig eingesetzt, läge der Ölpreis einer Modellrechnung zufolge zwischen 86 und 107 US-Dollar – ein Anstieg von 18 bis 47 Prozent gegenüber dem Niveau vor Ausbruch des Konflikts im Nahen und Mittleren Osten.

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KO KOSMO-Redaktion
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