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Immobilien-Wahnsinn in Split: Alte Wohnungen kosten 500.000 Euro

Immobilien-Wahnsinn in Split: Alte Wohnungen kosten 500.000 Euro
FOTO: iStock
4 Min. Lesezeit |

Während Immobilienanzeigen in Kroatien astronomische Preise für mittelmäßige Objekte zeigen, offenbart eine Reddit-Diskussion die verborgene Realität des Marktes.

Die Frage nach den wahren Käufern

Eine einfache Frage auf Reddit brachte den kroatischen Immobilienmarkt auf den Prüfstand: „Wird dort tatsächlich etwas zu diesen aufgeblähten Preisen verkauft – und wer sind die Käufer?“ Die Diskussion explodierte förmlich, als Nutzer ihre Erfahrungen mit Wohnungen und Häusern teilten, die für horrende Summen angeboten werden, obwohl ihr Zustand oft bestenfalls mittelmäßig ist.

Besonders in Split und entlang der Küste fallen die extremen Preisvorstellungen auf. „Ständig sehe ich Immobilienanzeigen, wo Leute 450.000 Euro, 500.000 Euro oder sogar mehr verlangen – für Wohnungen von etwa 70 Quadratmetern oder Häuser in wirklich schlechtem Zustand“, berichtet ein Nutzer. Als konkretes Beispiel nennt er eine 73-Quadratmeter-Wohnung im Viertel Visoka für 470.000 Euro ohne Verhandlungsspielraum – in einem Gebiet, das weder als exklusiv gilt noch über gute Infrastruktur verfügt.

Tatsächlich scheinen einige Immobilien zu erstaunlichen Preisen den Besitzer zu wechseln. „Mein Nachbar hat sein Haus für 200.000 Euro verkauft, und wir sind nicht einmal am Meer“, berichtet ein Teilnehmer der Diskussion. Ein anderer ergänzt: „Das Haus hinter meinem wurde für über 200.000 Euro verkauft. Wir leben in einem Ort nahe Zagreb, und es wurde relativ schnell verkauft.“ Selbst Kleinstimmobilien erzielen beachtliche Summen: „Ich habe eine Garage von 12 Quadratmetern für 30.000 Euro verkauft.“

Angebote vs. Realität

Doch viele Kommentatoren betonen die Kluft zwischen Angebots- und tatsächlichen Verkaufspreisen. „Ich habe 380.000 Euro verlangt und 250.000 Euro bekommen. Das ist die Realität – es sei denn, es handelt sich um eine wirklich herausragende Lage und großzügige Wohnfläche“, erklärt ein Verkäufer. Die hohen Preise in den Anzeigen dienen offenbar oft nur als Ausgangspunkt für spätere Verhandlungen.

Die Diskrepanz zwischen Zustand und Preis sorgt für Kopfschütteln: „Doppelhaushälften werden für 500.000 bis 600.000 Euro inseriert, sehen aber aus, als bräuchten sie weitere 70.000 bis 80.000 Euro für grundlegende Renovierungen.“ Die Fassade bröckelt, der Garten ist vernachlässigt, und die Inneneinrichtung stammt aus den 80ern.

Eine Marktanalyse bestätigt diese anekdotischen Berichte: Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Wohnungen in Split und Umgebung bewegen sich aktuell zwischen 4.000 und 4.500 Euro, wobei erhebliche Unterschiede je nach Lage und Ausstattung bestehen. Besonders in begehrten Vierteln wie Žnjan variieren die Preise stark – entscheidend ist hier vor allem die Nähe zum Meer, die als wichtigster preisbildender Faktor gilt.

Einige Teilnehmer vermuten weniger ehrenwerte Motive hinter manchen Transaktionen. „Die Leute waschen Geld. Und die Bauqualität ist oft zweifelhaft“, behauptet ein Kommentator unverblümt. Ein anderer ergänzt: „Natürlich waschen Dalmatiner und Ausländer Schwarzgeld. Sie müssen ihr Vermögen irgendwo parken. Unsere Leute können sich das sicher nicht leisten.“

Interessante Einblicke liefert ein Bericht über Umgehungsversuche von Maklerprovisionen: „Eines Tages rief mich ein Mann an und fragte, ob jemand in meinem Gebäude eine Wohnung verkauft. Er versuchte offensichtlich, die Agentur zu umgehen. Er erklärte, er wolle von einer kleineren in eine größere Wohnung umziehen. Vermutlich verkauft er seine kleine Wohnung zu einem überhöhten Preis und nimmt dann einen Kredit auf, um eine 20 Quadratmeter größere zu kaufen. Ein Kredit von 80.000 Euro ist machbar – aber wer kann schon einen Kredit über 500.000 Euro bedienen?“

Politische Dimension

Wie findet man trotz allem eine vernünftige Immobilie? Ein Nutzer aus Serbien teilt seine Erfolgsgeschichte: „Letztes Jahr haben wir 90 Quadratmeter in Vodice für 139.000 Euro gekauft. Die Wohnung brauchte nur einen neuen Anstrich und Möbel. Sie liegt 200 Meter vom Strand entfernt – ein echter Glücksfall. Monatelang boten uns Makler unrealistische Objekte an, bis uns eine kleinere Agentur zu dieser Wohnung führte. Sie war nicht einmal inseriert. Wir haben den Preis um weitere 10 Prozent gedrückt und den Kauf innerhalb einer Woche abgeschlossen. Die überteuerten Wohnungen, die man uns vorher anbot, sehen wir noch heute in den Anzeigen – mehr als ein Jahr später.“

Die Diskussion weitete sich auch auf politische Aspekte aus. Einige Teilnehmer kritisieren die Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Union) scharf: „Sie haben den Staat ausverkauft. Nur Kollaborateure können in einem so kleinen Land alles an Ausländer verkaufen. Und wir subventionieren mit unseren Steuergeldern noch deren Stromversorgung – für Häuser, die nur zwei Monate im Jahr genutzt werden.“

Ein anderer Kommentator ergänzt: „Die Armen könnten geschützt werden, indem Subventionen auf diejenigen beschränkt würden, die Strom das ganze Jahr über nutzen. Aber dann würden Ferienwohnungsbesitzer ihre Vergünstigungen verlieren – und genau dafür wurden sie eingeführt.“

Die Gegenstimme lässt nicht lange auf sich warten: „Ja, aber jemand würde das sofort für billige politische Punkte ausschlachten und sich über hohe Stromrechnungen für sozial Schwache beschweren.“

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KO KOSMO-Redaktion
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