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Plage

Invasion der Mini-Raubtiere: Kroatiens Urlaubsinsel im Griff der Mungos

Invasion der Mini-Raubtiere: Kroatiens Urlaubsinsel im Griff der Mungos
(Foto: Pexels)
3 Min. Lesezeit |

Die kroatische Ferieninsel Ciovo kämpft mit einer wachsenden Bedrohung durch Mungos, die einst als biologische Schlangenbekämpfer in das Urlaubsland gebracht wurden. Die ursprünglich in Dalmatien (Küstenregion Kroatiens) und anderen kroatischen Regionen ausgesetzten Tiere sollten die Schlangenpopulation dezimieren. Doch diese Maßnahme aus dem späten 20. Jahrhundert entwickelte sich zu einem ökologischen Problem.

Die Mungos haben sich mangels natürlicher Feinde und bei reichlichem Nahrungsangebot massiv vermehrt und jagen inzwischen nicht nur Schlangen, sondern auch Geflügel, Fasane und Hasen – wobei sie besonders auf Eier und Jungtiere abzielen.

Einheimische berichten, dass die Tiere mittlerweile nicht nur den natürlichen Tierbestand der Insel gefährden, sondern auch in Gehege eindringen und dort Hühner oder andere Kleintiere attackieren – selbst wenn diese größer sind als die Mungos selbst. Die Inselbewohner fordern nun dringend behördliche Maßnahmen.

Josko Mise, stellvertretender Vorsitzender des Jagdvereins Trogir auf Ciovo, beschreibt die Situation als ernst: „Sie wurden zur Bedrohung für die Bewohner Ciovos“, erklärte er Anfang Juni. Nach Einschätzung der lokalen Jäger leben mittlerweile tausende Exemplare auf der Insel – deutlich mehr als die wenigen hundert aus früheren Zeiten. „Heute beherrschen sie die Insel regelrecht“, so Mise.

Tierische Eindringlinge

Mungos zeichnen sich durch einen etwa 30 Zentimeter langen, gestreckten Körper mit kurzen Beinen und pelzigem Schwanz aus, was sie äußerlich Wieseln oder Frettchen ähneln lässt. Zoologisch gehören sie jedoch zur Familie der Mangusten und zählen zur Ordnung der Raubtiere sowie zur Überfamilie der Katzenartigen. Historisch wurden diese Tiere nicht nur in Kroatien, sondern weltweit zur Bekämpfung von Schlangen und Nagetieren eingesetzt.

Die Inselbewohner beobachten jedoch, dass die Mungos inzwischen ein breiteres Beutespektrum haben. Ein Anwohner berichtete dem Portal: „Nicht nur Fasane sind bedroht, auch andere Vögel, deren Eier und Küken. Man kann sie beobachten, wie sie sich auch an Obst gütlich tun – oder an Säugetieren, die doppelt so groß sind wie sie selbst.“

Ein Hühnerhalter schildert seine Erfahrungen mit den Raubtieren: „Um die Mittagszeit sind sie besonders aktiv. Dann hört man das aufgeregte Gackern des Geflügels, das panisch im Hühnerstall umherläuft“, berichtete er dem Nachrichtenportal. „Oft greifen sie auch die Küken an – die Situation ist einfach unerträglich.“

Besonders auffällig sei das Jagdverhalten der Mungos. „Sie beginnen beim Bürzel, fressen dann die Eingeweide und Fettreserven, und lassen das Fleisch zurück. Daran erkennen wir, dass sie da waren.“

Bekämpfungsmaßnahmen

Einige Inselbewohner haben begonnen, mit Fallen gegen die Plage vorzugehen. Von Jänner bis Mai dieses Jahres wurden bereits 250 Tiere gefangen. Diese werden dem öffentlichen Institut „Krš i more“ (Karst und Meer) für wissenschaftliche Untersuchungen übergeben. Allerdings gibt es auch Tierfreunde auf der Insel, die diesen Maßnahmen entgegenwirken, indem sie die aufgestellten Fallen entfernen oder entwenden.

Angesichts der zunehmenden Problematik fordern viele Bewohner ein entschlosseneres Vorgehen der zuständigen Behörden. Da die Mungos mittlerweile auch in Wohngebieten gesichtet werden, wächst die Sorge, dass sie neben der Gefahr für die heimische Tierwelt auch ein gesundheitliches Risiko für Menschen darstellen könnten – unter anderem als potenzielle Überträger von Krankheiten wie Tollwut.

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KO KOSMO-Redaktion
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