Start AKTUELLE AUSGABE „Jede Ähnlichkeit meiner Person mit einer meiner Rollen ist Zufall!“
INTERVIEW

„Jede Ähnlichkeit meiner Person mit einer meiner Rollen ist Zufall!“

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(FOTO: Visionteam)

Ihr kennt ihn als „šmeker“ Brando, Mane kujundžija, strengen Toma und jetzt auch als bekannten serbischen Literaten – Laza Kostić im neuen Film „Santa Maria della Salute“. Anlässlich der großen Darstellerpremiere in Wien traf KOSMO den großartigen Schauspieler Vojin Ćetković zum Interview.

KOSMO: Sie besuchen Wien im Rahmen der Premiere des Films „Santa Maria della Salute“. Welche Assoziationen verbinden Sie mit der österreichischen Hauptstadt?
Vojin Ćetković: Ich muss sagen, dass meine erste Assoziation mit Wien all jene bedeutenden Menschen sind, welche das Grundgerüst für Weltkultur und -kunst waren und deren Leben und Werk mit Wien verbunden ist.

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Nach dem großen Erfolg von „Vojna akademija 3“ bringt Adria Film den nächsten serbischen Blockbuster in die UCI Kinowelt Millennium City – Freitag, 27. Jänner 2017 um 20 Uhr.

 

Ihr Gesicht wird auch überall in der Diaspora von jedem erkannt. Wieso würden Sie diesen Film dem Wiener Publikum empfehlen?
Dieser Film zeigt, durch das Leben und die Poesie eines großartigen Dichters, das Problem auf, dass wir uns von den wirklichen Werten entfernen und eine andere Einstellung zum Leben, Politik, Liebe usw. haben. Ich glaube, dass ist Grund genug, ihn sich anzusehen (lacht)…

Der Großteil des Publikums kennt Sie durch Ihre Rollen als Brando in der Serie „Porodično blago“ und Mane kujundžija aus dem Kultfilm „Zona Zamfirova“. Beide Charaktere lieben das ausgelassene Leben und Frauen. Welche Ähnlichkeiten besteht zwischen diesen Rollen und Ihnen privat?
Dies ist schon so lange her, dass jede Ähnlichkeit mit mir, heute, einfach nur Zufall ist (lacht).

Kurz & knapp

Wenn ich kein Schauspieler wäre, wäre ich … Pädagoge.

Die Aufgabe eines Künstlers ist es, … keiner Autozensur zuzustimmen.

Das beste Antidepressivum ist … ein Kinderlachen.

Mein unerfüllter Traum ist …es, ein Schriftsteller zu sein.

Der Moment des größten Glücks … die Geburt meiner Töchter.

Der Moment der größten Trauer … der Tod zahlreicher Freunde.

Ihr Herz gehört nur einer, Ihrer Ehefrau und der beliebten und dem Publikum aus der Serie „Ranjeni orao“ bekannten Schauspielern Sloboda Mićalović. In dieser Serie traten auch Sie als ihr strenger Exmann auf. Was waren die Herausforderung dieser Rolle, welche Sie zusammen mit ihrer Ehefrau spielten?
Ich habe, ganz im Gegensatz zu Boba, eine viel leichtere Aufgabe gehabt, da ich es liebe mit ihr zusammenzuarbeiten – vor allem, da sie eine ausgezeichnete Schauspielerin ist.

Šotra führt vor allem bei Werken Regie, in welchen die Liebe auf dem ersten Platz steht. Was befindet sich für sie auf Platz eins?
Ganz klar und augenscheinlich: das Gleiche wie auch bei Šotra.

In den Filmen und Serien von Zdravko Zdravka Šotra spielen Sie meist eine Hauptrolle. Welche dieser war für Sie schauspielerisch die größte Herausforderung und warum?
Am meisten herausfordernd ist immer der Letzte in der Reihe, zumindest in meinem Fall – dieser ist immer am kompliziertesten. Genau aus jenem Grund freue ich mich bereits auf die Reaktionen des Wiener Publikums auf meine Rolle im Film.

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In Šotras neuestem Film erweckt Vojin Ćetković die Figur des berühmten serbischen Dichters Laza Kostić, welcher sich in die um einiges jüngere und bildhübsche Lenka Dunđerski verliebt, majestä̱tisch zum Leben. (FOTO: Visionteam)

Von welcher Rolle haben Sie am meisten gelernt?
Ich lerne nichts von meinen Rollen, sondern erringe durch sie Erfahrungen für mein Handwerk – Ich sehe dies zumindest so, da meine Lebenserfahrung etwas ganz Anderes ist.

Um ihren Töchtern eine gesündere Umgebung zu bieten, haben Sie ein Haus in Čortanovci, einem Dorf in der opština Inđija erbaut. Worauf geben Sie noch so Acht, wenn es um die Erziehung Ihrer Kinder geht?
Das Haus wurde nach den höchsten ökologischen Standards in Europa erbaut, um meinen Kindern ein Beispiel für einen Menschen zu geben, welcher die Natur respektiert, liebt und sich auch des nachaltigen Umgangs mit ihren Ressourcen bewusst ist. Dies ist mir, zum Beispiel, bei der Erziehung meiner Kinder besonders wichtig – neben fixen Dingen, wie Güte, Respekt, Fleiß usw.

Sie sind in der Zeit Titos aufgewachsen. Hier herrscht eine große Jugostalgie, wie sieht es bei Ihnen aus?
Ich bin ein Bürger Europas und der Welt, so fühle ich mich und lebe ich.

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Steckbrief:

Vor- und Nachname: Vojin Ćetković
Geboren: 22. August 1971 in Kruševac (Serbien) – montenegrinische Wurzeln
Beruf: Theater- und TV-Schauspieler
Familienstatus: verheiratet mit Sloboda Mićalović, Vater zweier Töchter (Mila und Vera)