Rekordwert bei Abschiebungen: Über 14.000 Personen mussten Österreich 2025 verlassen. Innenminister Karner zeigt sich dennoch unzufrieden und kündigt weitere Verschärfungen an.
Die Abschiebezahlen in Österreich erreichten 2025 einen historischen Höchststand. Mehr als 14.000 Personen mussten das Land verlassen, wobei Staatsbürger aus der Slowakei vor türkischen Staatsangehörigen die größte Gruppe bildeten. Unter den Abgeschobenen befanden sich auch 926 Syrer, von denen der überwiegende Teil – 805 Personen – freiwillig ausreiste. Zudem verließen mehr als 200 Afghanen Österreich. Innenminister Karner verwies darauf, dass Österreich Mitte des vergangenen Jahres als erstes europäisches Land direkte Abschiebungen nach Syrien durchgeführt habe.
Bei einer Pressekonferenz am Freitag betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) die konsequente Linie seines Ressorts: „Für die Behörden ist völlig egal, von wo jemand kommt, ein Straftäter muss abgeschoben werden.“ Konkret wurden im vergangenen Jahr etwa 3.300 Personen mit Strafregister des Landes verwiesen.
⇢ Ausreisepflichtiger Bosnier kassiert 87.000 Euro Sozialhilfe – trotz Strafregister
Die Gesamtzahl der Ausreisepflichtigen belief sich auf 14.156 Personen, wobei knapp die Hälfte zwangsweise abgeschoben wurde. Trotz dieser Bilanz zeigte sich Karner nicht zufrieden: „Da gibt es keinen Grund zu jubeln“, erklärte der Minister und kündigte weitere Verschärfungen an.
Rückgang bei Asylanträgen
Parallel zu den gestiegenen Abschiebezahlen verzeichnete Österreich einen deutlichen Rückgang bei den Asylanträgen. Mit insgesamt 16.284 Ansuchen sank die Zahl um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt 2020. Im EU-Vergleich, bezogen auf die Bevölkerungsgröße, rutschte Österreich damit auf den zwölften Platz ab.
Die meisten Schutzsuchenden stammten aus Afghanistan und Syrien, wobei fast die Hälfte der Antragstellenden minderjährig war. In 11.384 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt. Zusätzlich erhielten 1.315 Personen einen humanitären Aufenthaltstitel. Auch beim Familiennachzug zeigt sich ein markanter Rückgang: Während im letzten Quartal 2023 noch etwa 2.400 Menschen auf diesem Weg nach Österreich kamen, waren es im gleichen Zeitraum 2025 nur noch 25 Personen.
Politische Reaktionen
Der Innenminister bekräftigte seinen restriktiven Kurs in der Asylpolitik. Das System könne nur funktionieren, wenn es „streng, hart und dadurch gerecht“ sei, so Karner. Besonders bei den Abschiebungen sehe er noch Handlungsbedarf und zeigte sich mit den bisherigen Ergebnissen nicht vollständig zufrieden.
Bereits vor der Pressekonferenz übte FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann scharfe Kritik. Er bezeichnete Karners Vorgehen als „reinen PR-Gag, der die Bürger für dumm verkaufen soll“.
Die tatsächliche Situation in den Gemeinden und Städten sei von zunehmender Unsicherheit geprägt: „Messerstechereien, Gewalt und eine wachsende Unsicherheit sind die direkte Folge dieser Politik des Versagens“, so der freiheitliche Politiker.