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Sparmaßnahme

Kein Cent mehr für Bedürftige: Sozialmärkte vor dem Aus – 400.000 Euro gestrichen

Kein Cent mehr für Bedürftige: Sozialmärkte vor dem Aus – 400.000 Euro gestrichen
FOTO: iStock/Karl-Hendrik Tittel
2 Min. Lesezeit |

Während Sozialmärkte Bedürftigen erhebliche Preisvorteile bieten, streicht Oberösterreich die Fördergelder. Die Zukunft der 40 Einrichtungen steht nun auf der Kippe.

In Sozialmärkten zahlen Bedürftige deutlich weniger als im regulären Einzelhandel, wie ein Preisvergleich unserer Redaktion zeigt. Bei einem Einkauf von 17 Artikeln – vorwiegend Lebensmittel und einige Hygieneartikel – war der finanzielle Vorteil in den meisten Fällen erheblich.

Förderungsstopp droht

Die Zukunft der rund 40 Sozialmärkte in Oberösterreich steht jedoch auf dem Spiel. Die Landesregierung hat die bisherige Förderung gestrichen, die in den vergangenen zwei Jahren jeweils 400.000 Euro betrug. Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) begründet diesen Schritt laut „Kronen Zeitung“ mit einer Entspannung der Teuerungswelle.

Der politische Schwerpunkt liege nun „nicht auf der Förderung von Märkten und Institutionen, sondern auf der Unterstützung armutsgefährdeter Personen“.

Konkrete Alternativen zur bisherigen Förderung der Sozialmärkte hat die Landesregierung bislang jedoch nicht im Detail vorgestellt. Dies sorgt bei Betroffenen und Sozialorganisationen zunehmend für Verunsicherung.

Armut trotz Teuerungsentspannung

Der aktuelle Sozialratgeber für Oberösterreich zeichnet ein alarmierendes Bild: Rund 219.000 Menschen im Bundesland sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet – darunter etwa 59.000 Kinder und Jugendliche. Besonders dramatisch: Die absolute Armut ist im Jahr 2023 um 150 Prozent auf 25.000 Betroffene gestiegen.

Gerade für diese Gruppen stellen die Sozialmärkte eine zentrale Versorgungsstütze dar, da insbesondere die gestiegenen Kosten für Lebensmittel, Wohnen und Energie viele Haushalte überfordern.

SPÖ kritisiert

Die SPÖ reagiert mit scharfer Kritik auf diese Entscheidung. „Hier hängt großes Herzblut von vielen Ehrenamtlichen dran“, betont Klubchefin Sabine Engleitner-Neu.

Die Sozialdemokratin warnt davor, das freiwillige Engagement und die damit verbundene flächendeckende Hilfe in allen Regionen zu gefährden.