Vier Medaillen für Andrej Krčmar, dreimal Gold in Folge für Vuk Janković: Zwei junge Talente aus Bosnien und Herzegowina feiern internationale Erfolge – und einer stellt dabei einen Landesrekord auf.
Andrej Krčmar aus Banja Luka und Vuk Janković aus Trebinje gehören zu den erfolgreichsten jungen Mathematikern Bosnien und Herzegowinas. Bei der Internationalen Mathematik-Olympiade im Juli 2026 in Shanghai gewann Krčmar Silber, Janković holte Gold. Insgesamt traten dort 666 Schülerinnen und Schüler aus 117 Ländern an.
Vier Medaillen
Für Krčmar war Shanghai der Abschluss seiner Teilnahme an der Internationalen Mathematik-Olympiade. Seine Bilanz: eine Gold- und drei Silbermedaillen aus vier Jahren. Auf Silber 2023 folgten Gold 2024 sowie weitere Silbermedaillen 2025 und 2026. In Shanghai erreichte er 24 von 42 möglichen Punkten.
Damit ist Krčmar nach der Medaillenbilanz der zweiterfolgreichste IMO-Teilnehmer seines Landes hinter Janković. Über seine Leistungen berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RTRS am 8. Oktober 2026 erneut.
Jankovićs Rekord
Vuk Janković, Schüler des Gymnasiums „Jovan Dučić“ in Trebinje, gelang in Shanghai ein Rekord für Bosnien und Herzegowina: Bei der 67. Internationalen Mathematik-Olympiade vom 10. bis 21. Juli 2026 gewann er seine dritte Goldmedaille in Folge. Er ist damit der erste Teilnehmer des Landes mit drei Goldmedaillen bei diesem Wettbewerb.
Mit 33 von 42 möglichen Punkten belegte Janković in Shanghai den geteilten 23. Platz. Bereits bei seinem ersten IMO-Auftritt 2023 hatte er Bronze gewonnen. Darauf folgte seine Goldserie von 2024 bis 2026.
Auch bei weiteren Wettbewerben war Janković erfolgreich: Bei der Balkan-Mathematik-Olympiade im Mai im griechischen Thessaloniki gewann er Gold mit 40 von 40 möglichen Punkten. Bei seinem ersten Auftritt bei der Internationalen Physik-Olympiade im Juli in Bucaramanga, Kolumbien, sicherte er sich außerdem Bronze.
Neun Stunden Denkarbeit
Wie anspruchsvoll die Mathematik-Olympiade ist, zeigt der Ablauf: An zwei aufeinanderfolgenden Tagen müssen die Jugendlichen jeweils drei Aufgaben in viereinhalb Stunden bearbeiten. Insgesamt sind das sechs Aufgaben in neun Stunden – ohne Taschenrechner. Gefragt sind nicht nur richtige Ergebnisse, sondern vollständige mathematische Beweise.
Die Aufgaben stammen unter anderem aus Geometrie, Zahlentheorie, Algebra und Kombinatorik. Die volle Punktzahl erreichten in Shanghai lediglich sieben der 666 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Starkes Team
Die Mannschaft aus Bosnien und Herzegowina gewann insgesamt eine Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille sowie zwei lobende Anerkennungen. Mit 129 Punkten belegte sie in der Länderwertung gemeinsam mit der Mongolei den geteilten 32. Platz.
Neben Krčmar holte Adnan Osmić Silber, Harun Memić gewann Bronze. Anja Tešević und Amila Pašić erhielten lobende Anerkennungen. Teamleiter war Amar Kurić, stellvertretende Teamleiterin Tijana Babić. Sie ist Assistentin an der Elektrotechnischen Fakultät der Universität Banja Luka.
Nach Angaben der Regierung des Kantons Sarajevo nahmen alle sechs Teammitglieder an einer Mathematikschule für besonders begabte Schülerinnen und Schüler sowie an Mathematikcamps teil. Hinter den Medaillen stehen damit auch gezielte Vorbereitung und kontinuierliche Förderung.
Für Janković könnte die Erfolgsgeschichte weitergehen: Laut der Mitteilung des Kantons Sarajevo darf er auch 2027 noch an der Mathematik-Olympiade teilnehmen. Sollte er erneut antreten und Gold gewinnen, würde er seinen Landesrekord ausbauen.