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Korruptionsskandal bei Wiener Wohnen: 45 Mitarbeiter angeklagt

(FOTO: Google Maps-Screenshot)

Ein massiver Korruptionsskandal erschüttert momentan Wiener Wohnen, die größte kommunale Hausverwaltung in Europa. Die Korruptionsaffäre soll im Zusammenhang mit Sanierungs- und Reparaturaufträgen von Gemeindebauten stehen.

Ganze 53 Personen werden demnächst wegen Bestechlichkeit auf der Anklagebank stehen. 45 von ihnen sind Mitarbeiter von Wiener Wohnen, der Rest ist bei Baufirmen tätig. Die Klage geht von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) aus, berichtet am Freitag die „Kronen Zeitung“. Der Schaden soll sich auf eine Summe von ca. 170.000 belaufen. Die Angeklagten sollen alle Schmiergeld angenommen haben. Die Vorschriften von Wiener Wohnen besagen, dass Schäden nur von Mitarbeitern von Wiener Wohnen festgestellt werden dürfen. Diese leiten dann die Reparaturaufträge an die Firmen weiter. In den Jahren zwischen 2011-2013 sollen jedoch direkt die Mitarbeiter von den Baufirmen die angeblichen Schäden an Fensterscheiben bemerkt haben. Oft waren dies anscheinend Falschangaben.

Die „Kronen Zeitung“ berichtet, dass ein Zeuge sogar behauptete, dass der Austausch von Glasscheiben nur vorgetäuscht wurde. Die in diesen Fällen als Werkmeister oder Referenten tätigen Mitarbeiter, die für einige Gemeindebauten zuständig waren, sollen mit drei Prozent an den Aufträgen beteiligt gewesen und mit Tankgutscheinen belohnt worden sein. So entstand dann die Schadenssumme von 170.000 Euro. Bei den durchgeführten Hausdurchsuchungen wurde eine Art von “Gutscheinlisten” sichergestellt, die zahlreiche Beteiligte nun belasten werden. Alle Angeklagten bestreiten die Vorwürfe noch.

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Erste Reaktionen
Auf die Korruptionsvorwürfe reagierten bereits die ÖVP und die FPÖ. Bernadette Arnolder (ÖVP) sieht “einen weiteren politischen Skandal im roten Wien”. “Wenn eine große Zahl an Bediensteten in seinem Verantwortungsbereich bis zu 7.000 Euro Schmiergeld pro Person annehmen, dann stellt sich die Frage: Was wusste der Bürgermeister?”, so Arnolder. Philipp Schrangl von der FPÖ forderte strukturelle Konsequenzen.

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