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SOMMERGESPRÄCHE

„Lockdown für Ungeimpfte“: der Kurzsche 5-Punkte-Plan für den Corona-Herbst

(FOTO: ORF)

Gestern war der Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im letzten ORF-Sommergespräch dieser Saison zu Gast. Hinsichtlich der Bewältigung der Corona-Pandemie verkündete der türkise Parteichef einige Neuerungen.

Das Gespräch mit Lou Lorenz-Dittelbacher war zum größten Teil vom Coronavirus und dessen Bekämpfung geprägt. Verschärfungen, die Experten im Übrigen bereits seit einiger Zeit fordern, wird es mit Sicherheit geben. Wie die Maßnahmen jedoch genau aussehen werden, wird am Mittwoch bei der Konferenz mit den Landeshauptleuten beschlossen werden. Dennoch ließ sich Kurz etwas in die Karten schauen und präsentierte einen neuen 5-Punkte-Plan für die kommenden Monate.

1. „Neue“ Leitindikatoren

Während man bis dato vor allem die 7-Tage-Inzidenz, d.h. die Anzahl an Neuinfektionen pro 100.000 innerhalb von einer Woche, für die Bewertung der aktuellen Covid-Situation innerhalb des Landes heranzog, so werde man laut Bundeskanzler nun vor allem auf die Hospitalisierungsrate und die Belegung der Intensivbetten schauen. Diese Zahlen werden die neuen ausschlaggebenden Indikatoren für das Verschärfen bzw. Lockern von Maßnahmen werden.

2. Lockdown nur für Ungeimpfte

Laut Kurz gebe es „sicher keinen Lockdown“ mehr. Dies betrifft jedoch nur all jene Menschen, die bereits vollimmunisiert sind. „Nur dann, wenn es notwendig ist, wird es die 1G-Regel geben“, fügte der Bundeskanzler hinzu. Das heißt übersetzt, dass bei einer Überlastung des Gesundheitssystems Ungeimpfte womöglich nicht mehr in Restaurants, Lokale und dergleichen dürfen.

Ähnliches ließ bereits auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) kürzlich anklingen. In einem Interview für die „Krone“ erklärte er, dass das Virus „zwischen ungeimpften und geimpften Menschen unterscheide“. Es gebe besonders heikle Bereiche, wo viele Ungeimpfte aufeinandertreffen. „Wir müssen die Ungeimpften schützen. Das heißt, dass Ungeimpfte in diese Risikobereiche keinen Zutritt haben sollen. Zu ihrem eigenen Schutz […]“, so Mückstein.

3. Impfung: „Weg zurück zur Normalität“

Die Anzahl der Neuimpfungen befindet sich seit Tagen im freien Fall. Immer weniger Menschen entscheiden sich dazu, sich gegen das Coronavirus zu immunisieren. Im Sommergespräch betont Kurz abermals die große Wichtigkeit der Vakzine, welche der „Weg zurück zur Normalität“ sei. „Dass sie so schnell da ist, darüber sollten wir uns jeden Tag mindestens einmal freuen“, sagte er.

Daher müsse man die Impfbereitschaft im Land so schnell wie möglich erhöhen und auch die Auffrischungsimpfungen durchführen. Eine allgemeine Impfpflicht schloss der Bundeskanzler gegenüber Lorenz-Dittelbacher jedoch aus.

4. Schärfere Kontrollen der 3G-Regel

Die Einhaltung der 3G-Regel (Geimpft, genesen, getestet) soll außerdem stärker geprüft und bei Bedarf auch gestraft werden. Außerdem werde man gegen gefälschte Impfzertifikate entschieden vorgehen.

5. Offene Schulen

Ein durchgehender Präsenzunterricht sei das Ziel. Notfalls werde man intensiv in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen testen, um ein Homeschooling zu vermeiden. Geöffnete Schulen würden jedoch auch zu Ansteckungen führen, gestand Kurz ein. „Das ist jedoch eine Abzweigung, die man nehmen muss, wenn man die Schule offen halten möchte.“ Ebenfalls wiederholte er, dass Kinder glücklicherweise in den meisten Fällen keine schweren Corona-Verläufe haben.

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