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Knaller

Mega-Öffi-Schock: U5 startet erst 2030 – das ist der Grund

U-Bahn
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Wiens größtes Klimaschutzprojekt gerät ins Stocken: Die neue U5 kommt erst 2030 – vier Jahre später als geplant. Millionenschwere Einsparungen bremsen das Prestigevorhaben aus.

Das größte U-Bahn-Projekt Wiens verzögert sich erheblich: Die neue U5 wird erst 2030 in Betrieb gehen, vier Jahre später als ursprünglich geplant. Auch bei der U2-Verlängerung kommt es zu Verzögerungen. Die Stadtregierung spart durch diese Maßnahmen Millionen an Betriebskosten ein, betont jedoch, dass die Bauarbeiten ohne Unterbrechung weiterlaufen.

Das U2xU5-Projekt stellt das umfangreichste Klimaschutz- und Infrastrukturvorhaben Wiens dar. Es umfasst zwölf neue Stationen und elf Kilometer zusätzliche Strecke, wodurch jährlich 300 Millionen weitere Fahrgäste befördert werden können. Die Umweltbilanz kann sich ebenfalls sehen lassen: Bis zu 75.000 Tonnen CO₂ sollen pro Jahr eingespart werden.

Die Tunnelbohrmaschine “Debohra” hat bereits erste Tunnelabschnitte fertiggestellt, während der Innenausbau der Stationen zügig voranschreitet.

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Finanzielle Einschnitte

Die finanziellen Einschnitte der Wiener Stadtregierung treffen den Verkehrsbetrieb empfindlich. Obwohl der Bau der neuen U5 bis 2026 abgeschlossen sein wird, verschiebt sich deren Inbetriebnahme um vier Jahre auf 2030. Hintergrund sind Einsparungen bei den Betriebskosten in Höhe von 18 bis 20 Millionen Euro. Verkehrsstadträtin Ulli Sima stellt klar: “Es gibt keinen Baustopp im Projekt.”

Von der Verzögerung ist unmittelbar nur die Station Wien-Frankhplatz betroffen. Die Strecke zwischen Wien-Karlsplatz und Wien-Rathaus wird weiterhin hauptsächlich von der U2 bedient. Ein gleichzeitiger Betrieb von U2 und U5 wurde aus technischen Gründen als riskant eingestuft, da Störungen auf der U5 unmittelbare Auswirkungen auf die U2 haben könnten.

Die weiteren Ausbauphasen verschieben sich ebenfalls: Die Verlängerung der U5 nach Wien-Hernals beginnt nun erst 2028 statt 2027, während die U2-Verlängerung zum Wienerberg sogar erst 2030 in Angriff genommen wird. Das Gesamtprojekt soll dennoch Mitte der 2030er Jahre fertiggestellt sein.

Politische Reaktionen

Die Wiener Linien versichern, dass die Bauarbeiten trotz der zeitlichen Anpassungen kontinuierlich fortgesetzt werden. Geschäftsführerin Alexandra Reinagl erklärte gegenüber 5 Minuten: “Wir sind mitten in den Genehmigungsprojekten für die zweite Baustufe und bauen gleichzeitig mit Hochdruck die erste Baustufe der U5 bis Wien-Frankhplatz und der U2 bis Wien-Matzleinsdorfer Platz.”

“Der Vorteil für das Netz ist nicht groß genug, um eine Doppelführung der U5 und der U2 zwischen Wien-Karlsplatz und Wien-Rathaus finanziell zu rechtfertigen. Die Inbetriebnahme erfolgt daher 2030 – sobald die U2 bis Wien-Matzleinsdorfer Platz fertiggestellt ist.” Abschließend betonte sie: “Wir leisten mit dieser Anpassung einen Beitrag zur Budgetentspannung der Stadt, ohne den Baufortschritt zu unterbrechen.”

Die Wiener Grünen üben scharfe Kritik an der Verschiebung der U5-Inbetriebnahme. Judith Puhringer und Peter Kraus bezeichnen die Entscheidung als “Verhöhnung der Wiener Öffi-Fahrgäste”. Sie argumentieren, dass die rot-pinken Kürzungen ein klimasoziales Zukunftsversprechen gefährden, der Wirtschaft schaden und die Steuerzahler:innen belasten.

Bereits vor zwei Monaten hatten die Grünen vor steigenden Kosten bei verzögertem Ausbau gewarnt und sehen in der U5-Verzögerung ein weiteres Beispiel für schlecht gemanagte Großprojekte der rot-pinken Stadtregierung.