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Betrugswelle

Mietfalle in Wien: Kaution weg, Wohnung nie gesehen

Mietfalle in Wien: Kaution weg, Wohnung nie gesehen
FOTO: iStock/filmfoto
2 Min. Lesezeit |

Ferienwohnungen als Langzeitmiete angeboten, Kaution kassiert und verschwunden – ein 24-Jähriger nutzte die Wohnungsnot für ein lukratives Betrugssystem.

Ein 24-jähriger Mann wurde in Wien festgenommen, nachdem er durch ein ausgeklügeltes Betrugssystem mehrere Personen geschädigt hatte. Der Verdächtige mietete zunächst Ferienwohnungen über eine Internetplattform an und bot diese anschließend in sozialen Netzwerken als Langzeitwohnungen an. Wie Polizeisprecher Markus Dittrich mitteilte, gelang es dem Betrüger in zwei nachgewiesenen Fällen, erhebliche Kautionszahlungen zu kassieren. Die bisherige Schadenssumme beläuft sich auf etwa 8.000 Euro, wobei die Ermittler vermuten, dass weitere Personen betroffen sein könnten.

Erfolgreiche Festnahme

Die Festnahme erfolgte am Montagnachmittag im Wiener Stadtzentrum. Entscheidend für den Ermittlungserfolg war ein Freund eines Geschädigten, den der Betrüger ebenfalls kontaktiert hatte. Dieser informierte einen ihm bekannten Beamten der Bereitschaftseinheit über den Vorfall. Um jeden Anschein von Befangenheit zu vermeiden, übergab der kontaktierte Polizist den Fall an seine Kollegen.

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Der Freund des Geschädigten erklärte sich bereit, ein Treffen mit dem mutmaßlichen Betrüger zu arrangieren und die Polizei einzubeziehen. Als der Verdächtige nach der Wohnungsbesichtigung die Kaution sowie die erste Mietzahlung forderte, schritten die Einsatzkräfte ein und nahmen ihn fest.

Der 24-Jährige wies sämtliche Anschuldigungen zurück und wurde nach seiner Vernehmung auf freiem Fuß angezeigt.

Kein Einzelfall in Wien

Der aktuelle Fall spiegelt ein wachsendes Problem in Wien wider. Nach Angaben des Bundeskriminalamts sind sogenannte „Kautionstricks“ im Immobilienbereich inzwischen zunehmend professionell organisiert. Das Bundeskriminalamt verzeichnet eine auffällige Zunahme von Betrugsfällen im Jahr 2024, bei denen kurzfristig gemietete Ferienwohnungen als reguläre Mietobjekte angeboten werden.

Das Schema ist meist identisch: Wohnungsbesichtigungen werden seriös inszeniert, Betroffene bemerken den Betrug erst, wenn sie nach Bezahlung der Kaution vor verschlossenen Türen stehen. Laut Arbeiterkammer Wien bewegen sich die Schadenssummen pro Fall meist im vier- bis fünfstelligen Eurobereich. Experten gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da viele Opfer aus Scham keine Anzeige erstatten.

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KO KOSMO-Redaktion
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