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Regelwerk

Neue Eurovision Song Contest-Reglen: DAS ist verboten!

Neue Eurovision Song Contest-Reglen: DAS ist verboten!
FOTO: Video-Screenshot, EPA/Georgios Kefalas
4 Min. Lesezeit |

Nach den Kontroversen des Vorjahres justiert der Eurovision Song Contest seine Regeln. Hinter den Kulissen gibt es Neuerungen, während für die Zuschauer alles beim Alten bleibt.

Der Eurovision Song Contest entwickelt sich seit seiner Premiere 1956 stetig weiter – mit größeren Reformen oder kleineren Anpassungen. Für die kommende Ausgabe in Basel bleiben viele Elemente unverändert, doch nach den Kontroversen des Vorjahres hat die European Broadcasting Union (EBU) hinter den Kulissen nachgebessert. Nach der intensiven Diskussion um den kurzfristigen Ausschluss des niederländischen Teilnehmers Joost Klein wegen eines Vorfalls mit einer Kamerafrau wurde der Verhaltenskodex überarbeitet. Künftig werden weniger Backstage-Aufnahmen produziert und spezielle Ruhezonen für die Teilnehmer eingerichtet.

Der Ausschluss Joost Kleins im Jahr 2024 erfolgte nach einer mutmaßlichen Bedrohung einer Kamerafrau und führte zu umfangreichen Änderungen: Ab 2025 gilt ein verpflichtender Verhaltenskodex für alle Beteiligten, dem vor Erhalt einer Akkreditierung zugestimmt werden muss. Das neue Sorgfaltsprotokoll umfasst unter anderem strikte Drehverbote in sensiblen Backstage-Bereichen und die Ernennung einer zentralen Ansprechperson zum Schutz der Teilnehmenden.

Ein neu geschaffener Krisenstab aus EBU-Vertretern, Ländervertretern und dem Gastgebersender soll bei Problemen schneller reagieren können. Zusätzlich wurde mit dem Briten Martin Green erstmals ein Eurovision Director ernannt, der eine übergeordnete Aufsichtsfunktion übernimmt.

Für das Publikum bleiben diese Änderungen idealerweise unsichtbar – sofern es nicht zu neuen Zwischenfällen kommt. Die grundlegenden Regeln des 69. Eurovision Song Contests in Basel sind unverändert: Wettbewerbsbeiträge dürfen maximal drei Minuten dauern. Politische Botschaften – sei es auf Kleidung, durch Gesten oder verbal – sind untersagt.

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Auf der Bühne dürfen höchstens sechs Personen, jedoch keine Tiere auftreten. Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt sein und können die Sprache ihres Auftritts frei wählen.

Qualifikation und Teilnahme

Automatisch für das Finale qualifiziert sind traditionell die Vertreter der fünf größten EBU-Beitragszahler sowie der Vorjahressieger. 2025 sind dies Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien als „Big Five“ sowie die Schweiz als Titelverteidigerin. In zwei Halbfinalen werden jeweils zehn weitere Finalplätze vergeben, sodass insgesamt 26 Länder im Finale um den Sieg konkurrieren.

Bei der Abstimmung sind alle 37 teilnehmenden Nationen stimmberechtigt – auch jene, die in den Halbfinalen ausgeschieden sind. Wie im Vorjahr können zudem Zuschauer aus Nicht-Teilnehmerländern über eine spezielle Online-Plattform abstimmen. Ihre gebündelten Stimmen fließen als ein zusätzliches Land in die Wertung ein.

Abstimmungsverfahren

In den Halbfinals entscheidet ausschließlich das Publikum über das Weiterkommen. Diese Regelung wurde eingeführt, nachdem es 2022 Unregelmäßigkeiten bei den Jurywertungen und Verdachtsfälle gegenseitiger Unterstützung gegeben hatte. Im Finale hingegen setzt sich die Wertung jedes Landes zu gleichen Teilen aus dem Publikumsvotum und dem Urteil einer fünfköpfigen Fachjury zusammen. Die zehn bestplatzierten Beiträge erhalten 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 12 Punkte.

Für das eigene Land darf nicht gestimmt werden. Die Punktevergabe erfolgt getrennt: Jedes Land vergibt somit zweimal 12 Punkte. Am Finalabend verkünden die Ländersprecher zunächst nur die 12 Punkte der Jurywertung, während die niedrigeren Punktzahlen eingeblendet werden. Für Österreich übernimmt diese Aufgabe zum sechsten Mal in Folge Ö3-Moderator Philipp Hansa.

Anschließend werden die Publikumspunkte bekannt gegeben – beginnend mit dem Land, das die wenigsten Jurypunkte erhalten hat. Das bei den Jurys führende Land erfährt seine Publikumspunkte als letztes. Dieses System soll die Spannung bis zum Schluss aufrechterhalten.

Bei Punktegleichstand entscheidet die höhere Publikumswertung. Sollte auch diese identisch sein, gewinnt das Land, das aus mehr Nationen Publikumsstimmen erhalten hat. Bei erneutem Gleichstand zählt die höhere Anzahl an 12-Punkt-Wertungen, dann 10-Punkt-Wertungen und so weiter.

Sollte selbst dieses unwahrscheinliche Szenario keinen Sieger hervorbringen, gewinnt der Beitrag mit der früheren Startnummer im Finale – in diesem speziellen Fall wäre eine niedrige Startnummer also vorteilhaft.

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KO KOSMO-Redaktion
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