Der Messerangriff in Villach, der im Feber einen Jugendlichen das Leben kostete, bleibt unvergessen. In der Innenstadt versetzte ein 21-jähriger Syrer Passanten in Angst und Schrecken, als er mit einem Messer mehrere Menschen attackierte. Bei dem als islamistisch eingestuften Anschlag kam ein 14-Jähriger ums Leben, fünf weitere Personen wurden verletzt.
Die Opferzahl wäre vermutlich höher ausgefallen, hätte nicht ein Essenslieferant – ebenfalls aus Syrien stammend – beherzt eingegriffen und den Angreifer mit seinem Fahrzeug gestoppt. Für seine mutige Tat soll der Mann nun mit der österreichischen Staatsbürgerschaft belohnt werden.
Der 42-jährige Lieferant wird von Polizei und Augenzeugen als entscheidender Faktor dafür genannt, dass es nicht zu weiteren Opfern kam. Unmittelbar nach der Tat kam es jedoch zu einem Missverständnis: Zunächst hielten einige Passanten den couragierten Helfer fälschlich für einen Mittäter. Nach einem klärenden Anruf bei der Polizei konnte die Situation jedoch rasch aufgeklärt werden.
⇢ Messerstich nach Belästigung: 17-Jähriger attackiert Paar in Park
Innenminister Gerhard Karner hatte den Angriff offiziell als Anschlag mit IS-Bezug eingestuft. Im Rahmen der Trauerwoche, die in Villach stattfand, nahmen rund 4.000 Menschen an einem Trauermarsch teil, bei dem auch die mutige Tat des syrischen Helfers gewürdigt wurde.
Für Personen, die durch außergewöhnliche Zivilcourage das Leben anderer gerettet haben, gibt es in Österreich eine besondere rechtliche Grundlage für die Einbürgerung. Das Staatsbürgerschaftsgesetz sieht ein beschleunigtes Verfahren vor, wenn ein „besonderes Interesse der Republik“ besteht. Voraussetzung ist, dass die Person bereits mindestens sechs Jahre rechtmäßig in Österreich lebt und keine schwerwiegenden Vorstrafen aufweist. Die Einbürgerung kann in solchen Fällen auf Vorschlag der Landesregierung erfolgen und bedarf der Zustimmung des Bundesministeriums für Inneres.
⇢ 21-Jähriger plante Bombenanschlag in Österreich
📍 Ort des Geschehens