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KARRIERE

Next Stop: Allentsteig – Ivan Budim am Weg zum Unteroffizier

Ivan übte unter anderem den Umgang mit der Pistole 80, dem 40 mm-Granatgewehr, dem überschweren Maschinengewehr M2 und dem Panzerabwehrrohr 66/79. (FOTO: Amel Topčagić)

Ivan Budim befindet sich derzeit in der zweiten Phase der dreiteiligen Ausbildung zum Unteroffizier. KOSMO begleitete den Wiener mit bosnisch-kroatischen Wurzeln bei den zweiwöchigen Schießübungen am Truppenübungsplatz Allentsteig.

Nachdem der 26-jährige ehemalige Personal­verrechner die Kaderanwärterausbildung 1 (KAAusb1) im Jänner diesen Jahres erfolgreich abgeschlossen hatte, folgte nun der nächste Teil, die KAAusb2 mit dem Fachteil Jäger (= bewegliche Kampftruppe der Landstreitkräfte). Während eines zweiwöchigen Aufenthaltes im niederösterreichischen Allentsteig, wo sich der größte Truppenübungsplatz Österreichs (TÜPI A) befindet, mussten die Kaderanwärter die erlernte Theorie in die Praxis umsetzen. Mit einer Größe von 15.700 ha ist der TÜPl A aus Sicherheitsgründen ein militärisches Sperrgebiet. Nicht nur den Infanteristen bietet dieser Bereich des Waldviertels perfekte Trainingsmöglichkeiten, auch Panzer und die Luftstreitkräfte üben dort für den Einsatz.

Das Schießen mit scharfer Munition
In Allentsteig wurden die Kursteilnehmer 14 Tage lang intensiv an diversen Waffen einer Jägerkompanie ausgebildet.
Dazu zählten die Pistole 80, das Maschinengewehr 74, das Sturmgewehr 77, das 40mm ― Granatgewehr, das überschwere Maschinengewehr M2 und das Panzerabwehrrohr 66/79. Dieses Mal wurde jedoch keine Übungsmunition verwendet, sondern der scharfe Schuss geübt. „Die Themen Schießtechnik, richtige Waffenhandhabung, die strikten Sicherheitsbestimmungen und Munitionskunde müssen dabei immer beachtet werden”, erklärte ein Kursteilnehmer.

TRAINING
Zwei Wochen lang durchliefen die Anwärter tägliche Schießübungen am größten Truppenübungsplatz Österreichs.

Beim Pistolenschießen wurden Ziele auf Entfernungen von zehn, 20 und 50 Metern bekämpft. „Mit dem Maschinengewehr haben wir auch auf ziemlich weit entfernte und auch bewegliche Ziele gefeuert. Das für uns Aufregendste war jedoch das Panzerabwehrrohr, mit welchem wir auf Ziele gefeuert haben, die Panzer simulieren”, fügte der 26-Jährige Budim hinzu. Auch das Abfeuern von unterschiedlichen Munitionsarten wurde im Rahmen der Übungen in Allentsteig trainiert. Neben Stahlmantel- und Leuchtspurmunition erlernten die Anwärter auch den Umgang mit Sprenggranaten und Gefechtsbeleuchtungsmunition. Wieder zurück in einer der modernsten Kasernen Europas, der Montecuccoli-Kaserne im burgenländischen Güssing, wo Ivan bisher den Großteil seiner Ausbildung absolvierte, bereitete er sich auf die Prüfungswoche Ende März vor. Dabei wurden das Wissen vom Truppenübungsplatz und die dazugehörige Theorie überprüft. Damit absolvierte Budim das Modul 1 der Kaderanwärterausbildung 2 erfolgreich.

Wie geht es weiter?
Ab April beginnt Ivan mit dem zweiten Modul, welches vor allem das Führen einer Jägergruppe im Einsatz, den Ortskampf, sowie die Körperausbildung beinhalten wird. Unter anderem werden die Kaderanwärter eine Woche im Trainingszentrum Seetaler Alpen verbringen, um die Grundlagen des Gebirgskampfes zu erlernen.

„Das für uns Aufregendste war das Panzerabwehrrohr, mit welchem wir auf einen simulierten Panzer gefeuert haben.”

– Ivan Budim

Das Klettern und Abseilen im alpinen Gelände, aber auch das Scharfschießen mit Skiern und Alpinausrüstung wird für viele Neuland sein. „Uns wurde bereits angekündigt, dass das zweite Modul vor allem körperlich eine große Herausforderung werden wird. Da wir auch eine sehr umfangreiche Körperausbildung durchlaufen, denke ich jedoch, dass wir für die kommenden Aufgaben bestens gewappnet sind”, zeigt sich Ivan zuversichtlich. Die dritte und letzte Phase der Unteroffiziersausbildung beginnt dann im September und wird bis 2022 andauern. „Als ausgebildete Unteroffiziere werden wir für Gruppen mit einer Stärke von acht bis zehn Auszubildenden verantwortlich sein. Dazu werden wir in der KAAAusb 3 unter anderem viel Neues in den Bereichen ― Ausbildungsmethodik und Führungsverhalten erfahren”, so Budim abschließend.