Österreich und Mazedonien kämpfen gemeinsam gegen Arbeitslosigkeit

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Österreich und Mazedonien kämpfen gemeinsam gegen Arbeitslosigkeit

2003
Berufliche (Weiter- ) Qualifizierung im urbanen Mazedonien
Berufliche (Weiter- ) Qualifizierung im urbanen Mazedonien (FOTO: iStock)

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Arbeiter – Samariter – Bund Österreichs und regierungsunabhängige Organisation aus Mazedonien – Community Development Institute (CDI) starteten ein gemeinsames Projekt, um die Arbeitslosenquote in Skopje und Tetovo zu verringern. Die Projektlaufzeit begann am 1. Oktober 2018 und beträgt 24 Monate. Zusätzlich zu den erwähnten Organisationen unterstützen auch die Stadt Wien (MA 27 – Europäische Angelegenheiten) und der Arbeiter – Samariter – Bund Deutschland das Projekt.

Worum es geht?

Die schlechte wirtschaftliche Lage und die immens hohe Arbeitslosenrate wirken sich auf weite Teile der Bevölkerung aus. Viele Menschen finden demnach überhaupt keine Arbeit bzw. verdienen meist so wenig, dass es gerade noch zum (Über-)Leben reicht. Besonders die sozial- und einkommensschwachen Bevölkerungsschichten leiden unter dieser Situation extrem, da es für sie immer schwieriger wird, die Kosten des täglichen Lebens zu stemmen. 2017 hat die Wirtschaft mit einem Nullwachstum abgeschlossen. Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung 2017 ist zum größten Teil auf die lang andauernde politische Instabilität sowie auf eine ausgeprägte Zurückhaltung bei den Investitionen zurückzuführen.

Dieses gemeinsam vom Arbeiter – Samariter – Bund Österreichs und dem lokalen Partner Community Development Institute (CDI) umzusetzende Projekt namens Berufliche (Weiter- ) Qualifizierung im urbanen Mazedonien hat es sich zum Ziel gemacht, den Aufbau der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der städtischen Gesellschaft zu stärken und damit zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von arbeitslosen Menschen auf dem Arbeitsmarkt in den städtischen Regionen von Tetovo und Skopje beizutragen. Die Projektlaufzeit beträgt 24 Monate und beginnt am 1. Oktober 2018.

Projektziele

„Primäres Projektziel ist die Durchführung von Berufsbildungskursen für 80 Arbeitslose mit verschiedenen Fähigkeiten, die auf den Bedarf des Marktes in den Städten Tetovo und Skopje abgestimmt sind“, erklärte Barbara Schlichtinger, Projektleiterin für Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit beim Samariterbund. Darüber hinaus umfasst das Projekt folgende parallel verlaufende Projektziele:

  • Aufbau eines städtischen Netzwerkes von Unternehmen und Schaffung von Arbeitsplätzen oder Praktika für bis zu 20 Personen im ersten Jahr des Projektes
  • Bereitstellung von Möglichkeiten und direkter Unterstützung für Start-ups in Soft- und Hard-Skills für mindestens 3 Kleinstunternehmen in einem Zeitraum von 2 Jahren.
  • Schaffung von Möglichkeiten für mindestens 10 Kleinunternehmer (oder jene, welche sich vorstellen könnten, Unternehmer zu werden) für einen beruflichen Aufenthalt in einem anderen europäischen Land im Zuge des EU- Förderprogramms COSME (Competitiveness of Enterprises and Small and Medium- sized Enterprises)

„Im Rahmen des Projektes werden arbeitslose Menschen, die mindestens über den Abschluss der achtjährigen Grundschule verfügen, eine berufliche Qualifizierung erfahren, die sie bisher nicht erhalten haben, um so ihre Fähigkeiten in jenem Maße zu erhöhen, welches es ihnen ermöglichen soll, am wirtschaftlichen Leben in der städtischen Gemeinschaft teilnehmen zu können“,betonte  Sreten Koceski, Direktor von CDI Die Trainings gliedern sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil und werden von Experten aus dem Gebiet der Berufsweiterbildung durchgeführt, welche an den Berufsschulen der beiden Städte tätig sind. „Diese Experten  werden ebenfalls durch einen im Projekt vorgesehenen Erfahrungsaustausch mit österreichischen bzw. deutschen BerufsschullehrerInnen eine Weiterbildung erfahren, um dadurch ihre Methoden und Inhalte den aktuellen Entwicklungen innerhalb der EU anzunähern und die Wettbewerbsfähigkeit der ProjektteilnehmerInnen wie auch der beruflichen Weiterbildungszentren in Tetovo und Skopje nachhaltig zu stärken“, unterstrich Barbara Schlichtinger.

Zielgruppe

Die Zielgruppe umfasst insgesamt 80 Personen in den Städten Skopje und Tetovo, welche derzeit arbeitslos sind und nur über eine wenig qualifizierte Grundausbildung verfügen. Darüber hinaus besteht die Zielgruppe jedoch auch aus den indirekt durch das Projekt betroffenen Personen in den beiden Ballungszentren: Aus Familien, die sich durch die Weiterqualifizierung eines Familienmitglieds eine stärkere Teilhabe an zivilgesellschaftlichen Prozessen ermöglichen können. Ebenso zukünftigen Kunden, die die erworbenen Fertigkeiten der Projektteilnehmer in Anspruch nehmen können und auch aus der lokalen Politik, der durch ein solches Vorhaben die Möglichkeit zur wirtschaftlichen und politischen Stabilisierung aufgezeigt werden kann.

Umsetzungsorte

Das Projekt findet in zwei mazedonischen Städten und zwar in Skopje und Tetovo statt.

In Tetovo sind Schulungen zu folgenden Berufen angeboten:

  • Ausbildung in der Möbelproduktion
  • Gründerzentrum / Inbetriebnahme
  • Koch

Die folgenden Schulungen werden in der Niederlassung Skopje angeboten:

    • Koch
    • Installateur
    • Friseur
    • Schweißer

„Mit dem Projekt sollen Perspektiven geschaffen werden, die die Integration und aktive Teilhabe von bisher Geringqualifizierten und vorweg Arbeitslosen bestärkt, um so schlussendlich einen Beitrag zur langfristig stabilen Entwicklung des Landes zu leisten“, so Barbara Schlichtinger.

Im Rahmen des Projekts wird besonderes Augenmerk auf junge Kleinunternehmen gelegt, die sowohl über Soft- als auch über Hard-Skills verfügen, und bis zu 3 dieser Unternehmen sollen eine Art Anschubfinanzierung erhalten.

„Durch diese Herangehensweise wird einem kleinen Teil der Gesamtteilnehmer die Chance geboten, sich selbstständig zu machen bzw. wenigstens grundlegendste Unterstützung für ein eigenes Unternehmen zu erfahren. Die Projektpartner sind davon überzeugt, dass dies einige der Teilnehmer besonders anspornen wird, sich im Projekt zu engagieren“, resümierten Barbara Schlichtinger und Sreten Koceski.

 

ZUM PROJEKT

Ansprechperson:
Barbara Schlichtinger
barbara.schlichtinger@samariterbund.net

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