Eine schwere Metallkette kostete einem 61-Jährigen das Leben. Der folgenschwere Vorfall ereignete sich am Mittwoch in einer medizinischen Einrichtung in Westbury auf Long Island.
Keith McAllister hatte seine Ehefrau Adrienne zu einer MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie, bildgebendes Verfahren mit starken Magnetfeldern) begleitet. Nach Abschluss des Scans bat sie das Personal, ihren Ehemann in den Untersuchungsraum zu holen, damit er ihr beim Aufstehen assistieren könne. McAllister betrat den Raum mit einer etwa neun Kilogramm schweren Metallkette um den Hals, die er nach Angaben seiner Frau für Kraftübungen nutzte. In dem Moment, als er sich dem MRT-Gerät näherte, wurde er vom starken Magnetfeld erfasst und in die Röhre gezogen. „Er ging auf den Tisch zu – und plötzlich zog ihn das Gerät einfach hinein“, schilderte Adrienne Jones-McAllister dem Fernsehsender News 12.
⇢ Metallkette wird zur Todesfalle – MRT-Magnet zieht Ehemann in den Tod
Laut Aussage der Stieftochter des Verstorbenen versuchten sowohl der MRT-Techniker als auch Adriennes Mutter verzweifelt, Keith aus dem Gerät zu befreien. „Meine Mutter und der Techniker bemühten sich mehrere Minuten lang, ihn herauszuziehen, bevor sie die Polizei alarmierten“, teilte sie auf Facebook mit. Der Mann soll etwa eine Stunde im Magnetresonanztomographen eingeklemmt gewesen sein, bis die Metallkette entfernt werden konnte. Seine Ehefrau berichtete erschüttert, dass ihr Mann in ihren Armen zusammengebrochen sei. „Das bekomme ich nicht mehr aus meinem Kopf“, sagte sie. Keith erlitt mehrere Herzinfarkte, die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten.
Widersprüchliche Darstellungen
Die Angehörigen machen dem MRT-Techniker schwere Vorwürfe. Die Stieftochter erläuterte den Hergang: „Während meine Mutter auf dem Tisch lag, verließ der Techniker den Raum, um meinen Stiefvater zu holen. Dabei vergaß er ihm zu sagen, dass er die Kette, die er um den Hals trug, abnehmen sollte.“ Die Polizei von Nassau County gab in einer offiziellen Stellungnahme an, McAllister habe den Raum betreten, während der Scan noch in Betrieb war. Diese Version weist Adrienne Jones-McAllister entschieden zurück: Sie habe ihren Mann erst nach vollständig abgeschlossenem Scan zu sich gebeten.
Die Witwe beschrieb ihre verzweifelte Reaktion: „Ich rief: ‚Könnten Sie die Maschine ausschalten, den Notruf wählen, irgendetwas tun – dieses verdammte Ding ausschalten!'“
Strenge Sicherheitsprotokolle werden oft unterschätzt
In medizinischen Einrichtungen gelten eigentlich strenge Sicherheitsprotokolle, die vorschreiben, dass sowohl Patientinnen und Patienten als auch Begleitpersonen vor dem Betreten eines MRT-Raums gründlich auf metallische Gegenstände überprüft werden müssen. Bereits kleine Metallteile können durch das starke Magnetfeld gefährliche Verletzungen verursachen. Vor jeder MRT-Untersuchung müssen Schmuck, Ketten oder andere metallische Gegenstände konsequent abgelegt werden, um lebensbedrohliche Zwischenfälle zu verhindern.
Fachleute weisen darauf hin, dass MRT-Geräte ein Magnetfeld erzeugen, das bis zu 60.000-mal stärker ist als das Erdmagnetfeld, wodurch metallische Gegenstände mit enormer Kraft angezogen werden und sich wie ein „Torpedo“ in Richtung des Magneten bewegen können. Die umfassende Aufklärung und Kontrolle durch medizinisches Personal sowie die Mitarbeit der Patienten und Begleitpersonen sind daher essenziell, um schwere Unfälle wie im Fall von Keith McAllister zu vermeiden.