Serbiens Präsident Aleksandar Vucic befindet sich seit Samstag in medizinischer Behandlung in einem Militärkrankenhaus in Belgrad. Seine Einlieferung erfolgte unmittelbar nach seiner vorzeitigen Rückkehr aus den Vereinigten Staaten. Wie mehrere serbische Medien übereinstimmend berichteten, zwang ein „Unwohlsein“ den Präsidenten dazu, seinen geplanten Aufenthalt bei US-Präsident Donald Trump in Florida abzukürzen.
Gesundheitliche Entwicklung
Das Präsidialamt in Belgrad kündigte in einer knappen Mitteilung an, die Öffentlichkeit zu informieren, sobald genauere Erkenntnisse zum Gesundheitszustand des Staatsoberhauptes vorliegen. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang, dass Vucic erst vor kurzem seine Teilnahme an den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ am 9. Mai in Moskau zugesagt hatte.
Nach neuesten Informationen befindet sich der 55-jährige Politiker in einem stabilen Zustand, wird jedoch voraussichtlich für einige Tage keine öffentlichen Termine wahrnehmen können. Quellen deuten auf einen Zusammenhang mit Vučićs bekannten Bluthochdruck-Problemen hin, die ihn schon länger begleiten. Trotz der Empfehlung amerikanischer Ärzte, die Behandlung in den USA fortzusetzen, bestand der Präsident auf eine umgehende Rückkehr in die serbische Hauptstadt.
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Die gesundheitlichen Probleme könnten auch diplomatische Auswirkungen haben. Seine geplante Teilnahme an der Militärparade in Moskau am 9. Mai ist nun fraglich. Diese Reise ist ohnehin politisch heikel, da EU-Vertreter bereits Bedenken geäußert hatten, die Teilnahme könnte negative Folgen für Serbiens EU-Beitrittsprozess haben. Belgrad versucht seit Jahren, einen Balanceakt zwischen der Annäherung an die EU und den traditionell engen Beziehungen zu Russland zu vollführen.
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