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Prozess um Dreifachmord: Vater gesteht Schüsse auf sechsjährigen Sohn

(Foto: Facebook)

Der Kroate Drazen D. hat im vergangenen September drei Menschen getötet, darunter auch seinen sechsjährigen Sohn. Nun schildert der Angeklagte die Tat aus seiner Sicht.

Drazen D. hat im Prozess um einen Dreifachmord zugegeben, seinen Sohn erschossen zu haben. Auch die Tötung von zwei weiteren Menschen gestand der Kroate (KOSMO hat berichtet). Die Anklage wirft dem Mann vor, drei Morde in Villingendorf, Baden-Württemberg, begangen zu haben, weil ihn seine Partnerin verlassen hat. Lange schwieg er zum Fall, nun erzählt er aus seiner Sicht. Er unterbrach immer wieder seine Aussage, um sich zu sammeln. Drazen D. schweifte ab und sprach über den Krieg und seine Flucht nach Deutschland. Er soll unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden haben. Er sei nicht mehr derselbe gewesen, so der 41-Jährige im Gerichtssaal. Er sei wie ein „Roboter“ gewesen, berichtet der Spiegel.

Am 14. September 2017 feierte sein sechsjähriger Sohn mit seiner Mutter, ihrem neuen Freund und ihrer Cousine seine Einschulung. Plötzlich stürmte Drazen D. mit einem Gewehr in das Haus und feuerte los. Dabei tötete er den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau, ihre Cousine und den gemeinsamen Sohn. Nun muss sich Drazen D. vor Gericht verantworten. “Ich hatte nicht vor, jemanden zu erschießen”, sagte der Kroate nun. Er wollte seine Ex-Partnerin – die Mutter des Sohnes – zur Rede stellen wollen. Er sei überrascht gewesen, dass deren neuer Freund und ihre Cousine anwesend waren. Aus Hass habe er dann geschossen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Drazen D. seiner Ex-Frau kein Leid zufügen wollte, weil er die Trennung vom Februar 2017 nicht hinnehmen wollte. Die Partnerin habe er ausgespart, um sie mit dem Tod ihrer Angehörigen zu quälen. Nach dem Blutbad flüchtete der 41-Jährige. Fünf Tage war der Mann auf der Flucht, bis er gefasst wurde. Am Abend vor der Einschulungsfeier soll Drazen D. an über die Terrasse der Wohnung seiner Ex-Frau und des neuen Freundes eingedrungen sein. Dann schoss er zuerst auf den Mann und dann auf die Cousine. Er schoss drei Mal auf den sechsjährigen Jungen. “Er wusste, dass er ihn töten würde – und darauf kam es ihm an”, sagte ein Staatsanwalt. Die Anklage lautet auf Mord.

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