Vom Boss-Rapper zum Kunstmaler – Felix Blume hat nach 20 Jahren als Kollegah ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Verwandlung eines Rap-Stars, der sein Alter Ego hinter sich ließ.
Am 3. August 2025 beging Felix Blume einen doppelten Meilenstein: Neben seinem 41. Geburtstag jährte sich auch sein Abschied von der Rap-Bühne zum ersten Mal. Vor genau einem Jahr hatte er mit dem Album „Still King“ einen endgültigen Schlussstrich unter seine Karriere als Kollegah gezogen – passenderweise an seinem 40. Geburtstag.
In einem Gespräch mit RTL reflektiert der ehemalige „Boss-Rapper“ nun sein früheres Künstler-Ich mit bemerkenswerter Selbstkritik. Das Pseudonym Kollegah, das ihn über 20 Jahre begleitete, entwickelte sich für ihn zunehmend von einem Markenzeichen zu einer Bürde. „Ich habe letztes Jahr mein letztes Album als Kollegah gemacht, weil ich mit der Zeit aus dieser Figur herausgewachsen bin. Irgendwann fühlt man sich wie in einem Korsett, weil man sich als Mensch weiterentwickelt“, sagt Blume.
Seine Kunstfigur sei letztlich zu einem Hindernis für seine persönliche Entfaltung geworden. Der für Wortgewandtheit, übertriebene Selbstdarstellung und Macho-Gehabe bekannte Rapper passe schlichtweg nicht mehr zum heutigen Felix Blume. Bereits seit 2003 war Kollegah eine der prägenden Figuren des deutschsprachigen Gangster-Raps und galt mit seinen komplexen Wortspielen als einer der technisch versiertesten Rapper Deutschlands.
Wachsende Last
„Ich habe den Namen am Ende als Last empfunden. Mit meiner Figur haben meine Fans immer etwas Bestimmtes erwartet. Ich wollte mich aber als Mensch neu erfinden„, führt er aus. Sein Veränderungsdrang überwog schließlich den Druck, den Erwartungen seines Publikums gerecht zu werden. Diesen Wandlungsprozess beschreibt der Künstler bildlich: „Wie eine Raupe, die zum Schmetterling wird.“
Die Entscheidung zum kompletten Ausstieg war für Blume ein bewusster Befreiungsschlag. Anders als viele seiner Musikerkollegen, die ihre Bühnenpersönlichkeit nur teilweise aufgeben, hat Felix Blume mit Kollegah vollständig abgeschlossen – und wirkt heute entspannter, unbeschwerter und kreativer. An die Stelle von schnellen Sprechgesängen treten nun Pinsel und Leinwand, persönliches Wachstum ersetzt die frühere „Alpha“-Mentalität.
⇢ SINN und AUFSTIEG: 1 Arbeitgeber. 2 Frauen. 2 Erfolgsgeschichten.
Neue Wege
Inzwischen tritt er ausschließlich unter seinem Geburtsnamen auf und verfolgt neue kreative Projekte. Neben einem erfolgreichen YouTube-Kanal konzentriert sich Blume verstärkt auf die Malerei. Seine erste eigene Kunstausstellung fand bereits statt, die nächste Vernissage folgt am 9. August 2025 in Hamm.
Der Wandel vom Rap-Star zum bildenden Künstler zeigt, dass auch etablierte Musiker nach Jahrzehnten im Geschäft den Mut zur kompletten Neuorientierung aufbringen können. Für Felix Blume war es genau der richtige Zeitpunkt, um Kollegah endgültig Geschichte werden zu lassen und als authentischer Mensch einen neuen kreativen Weg einzuschlagen.