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ÖVP vs. Finanzmarktaufsicht

„Realitätsfremd und gefährlich“ – die neuen Wohnkredit-Regeln

iStock/Sophie Walster
iStock/Sophie Walster

Für die Aufnahme von Wohnbau-Krediten gelten seit August strengere Regeln. Die ÖVP stuft diese als zu streng ein.

Es ist in Österreich deutlich schwieriger geworden einen Wohnbaukredit zu erhalten – seit 1. August . Die „Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung“ ist mit diesem Tag in Kraft getreten, womit die Finanzmarktaufsicht den Banken strengere Auflagen gegeben hat – konkret: Wem man noch Geld leihen darf, um sich ein Haus zu bauen, zu renovieren oder eine Wohnung zu besorgen.

Dort festgelegt ist unter anderem: Für den Kauf einer Immobilie müssen künftig 20 Prozent des Kaufpreises (inklusive Nebenkosten) an Eigenkapital nachgewiesen werden, die monatliche Kreditrate darf höchstens 40 Prozent des monatlich verfügbaren Nettohaushaltseinkommens ausmachen und die Laufzeit der Finanzierung 35 Jahre nicht übersteigen.

Niederösterreich bereitet sich vor

Kreditinstitute melden konkrete Konsequenzen für diese Regelungen, nämlich dass die Vergabe von Wohnbaukrediten ganz klar zurückgeht. Die Politik hat sich dem Thema angenommen, allen voran die ÖVP. Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, hatte als erste ihr Statement dazu abgegeben: „Unverhältnismäßig“ und „überbordend“ sei die FMA-Vorgabe. Für einen Teil der Eigenmittelquote will das Land jetzt haften, fordert aber von der FMA, die Regeln zu überarbeiten.

„Junge Familien sind nicht mehr in der Lage, sich eigenen Wohnraum zu schaffen“, so Finanzminister Magnus Brunner, der sich nach Mikl-Leitner vergangene Woche per Brief an die FMA wandte.

Da dies nicht zum gewünschten Ziel führt – die FMA verwies auf die Empfehlung von Expertengremien, denen sie den Ball weiterspielte – kommentierte Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm in der Kleinen Zeitung: „Die derzeitige Regelung halte ich für realitätsfremd und gefährlich”. Für eine Eigentumswohnung um 390.000 Euro müsste man bereits 78.000 Euro plus Nebengebühren zur Seite legen. „Aus meiner Sicht müssen wir zwei Dinge erledigen: Die staatlichen Nebengebühren aufs erste Eigenheim abschaffen und wir müssen die Eigenkapitalquote auf ein vernünftiges Maß bekommen“, so Plakolms Forderung.

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