Die Beraterausgaben der aktuellen Regierungskoalition haben in der vergangenen Woche für erhebliche Diskussionen gesorgt. Vizekanzler Andreas Babler ließ sich etwa für eine Summe von rund 6.000 Euro auf seinen Auftritt in der ORF-„Pressestunde“ vorbereiten.
In den Ministerien fielen zudem weitere bemerkenswerte Beraterhonorare an – darunter für einen Sprachkurs „Hochdeutsch in zwölf Wochen“, verschiedene Medientrainings sowie Seminare zum „Selbst-, Ziel- und Zeitmanagement“.
Nach Medienberichten beliefen sich die Gesamtausgaben für externe Beratungsleistungen innerhalb von vier Wochen auf 1,75 Millionen Euro – eine Zahl, die von zahlreichen Medien übernommen wurde. Bei einer Nachberechnung durch oe24 ergab sich allerdings eine etwas niedrigere Summe von etwa 1,6 Millionen Euro.
Kosten im Vergleich
Besonders aufschlussreich wird diese Zahl jedoch erst im direkten Vergleich mit den Beraterkosten der Vorgängerregierung. Laut einer Auswertung von oe24, die auf parlamentarischen Anfragen des FPÖ-Abgeordneten Michael Schnedlitz basiert, gab die türkis-grüne Koalition im ersten Quartal des Vorjahres 2,5 Millionen Euro für Beratungsleistungen aus. Umgerechnet auf einen vergleichbaren Zeitraum von vier Wochen entspricht dies etwa 800.000 Euro.
Im zweiten Quartal beliefen sich die Ausgaben auf knapp 2,2 Millionen Euro, was einem Vier-Wochen-Wert von rund 680.000 Euro gleichkommt. Die Beraterkosten der gegenwärtigen ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition liegen damit mehr als doppelt so hoch wie jene der Vorgängerregierung im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres.
Aufschlüsselung nach Ministerien
Eine genauere Betrachtung der Ausgaben zeigt, dass besonders die SPÖ-geführten Ressorts hohe Summen für externe Beratung aufwenden. Das Sozialministerium unter Leitung von Korinna Schumann investierte 17.304 Euro in Medientrainings und Coachings. Allein ein Einzelauftrag an die Agentur „bettertogether“ schlug mit 4.200 Euro zu Buche, weitere Coachings kosteten 13.104 Euro.
Im Justizministerium von Anna Sporrer wurden zwei Medientrainings derselben Agentur mit insgesamt 7.320 Euro beauftragt. Das Verteidigungsministerium zahlte für Workshops zur verständlichen Kommunikation 6.528,50 Euro, während das Infrastrukturministerium 1.980 Euro für einen Online-Sprachkurs „Hochdeutsch in 12 Wochen“ ausgab.
Die Ausgabenstruktur zeigt eine deutliche Konzentration auf Kommunikations- und Medientrainings, die in den ersten Wochen der neuen Regierung besonders stark nachgefragt wurden.