Sechs Plätze in einem Jahr: Serbiens Mindestlohn legt im europäischen Vergleich ein Tempo vor, das selbst EU-Mitglieder hinter sich lässt.
Laut den jüngsten Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hat Serbien auf der europäischen Mindestlohn-Rangliste einen beachtlichen Sprung nach oben gemacht: Das Land belegt gemessen an der Kaufkraft nun Platz 17 – und hat sich damit innerhalb eines einzigen Jahres um gleich sechs Ränge verbessert.
Konkret stieg der serbische Brutto-Mindestlohn von 618 Euro im Juli 2025 auf 743 Euro im Juli 2026 – ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent binnen zwölf Monaten. Noch aussagekräftiger als der nominale Betrag ist jedoch die Kaufkraft, ausgedrückt im sogenannten Kaufkraftstandard (PPS), der Preisunterschiede zwischen den einzelnen Ländern herausrechnet. Hier legte Serbien von 908 PPS im Juli 2025 auf 1.094 PPS im Juli 2026 zu – und verbesserte sich damit von Rang 23 auf Rang 17.
Überholte Nachbarn
Im Zuge dieses Aufstiegs überholte Serbien mehrere etablierte Volkswirtschaften Mittel- und Osteuropas sowie Länder aus der unmittelbaren Nachbarschaft. In der aktuellen Kaufkraft-Rangliste liegen nun Malta (Platz 18), die Slowakei (Platz 19), Ungarn (Platz 20), Tschechien (Platz 21), Montenegro (Platz 22), Bulgarien (Platz 23) und Lettland (Platz 24) hinter Serbien.
Jahrzehntelanger Aufstieg
Der Blick auf einen längeren Zeitraum macht die Dimension dieser Entwicklung noch deutlicher: 2016 lag die Kaufkraft des serbischen Mindestlohns bei lediglich 448 PPS. Heute sind es 1.094 PPS – der reale Wert hat sich damit innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Eurostat dokumentiert diesen Anstieg als kontinuierlichen und stabilen Prozess, der vor allem den am schlechtesten entlohnten Beschäftigten zugutegekommen ist.
Damit liegt Serbien bei der Kaufkraft des Mindestlohns inzwischen vor sieben EU-Mitgliedstaaten sowie vor nahezu allen anderen Beitrittskandidaten.