SNUS – Wie gefährlich ist die „Modedroge“ wirklich?

TABAK ZUM LUTSCHEN

SNUS – Wie gefährlich ist die „Modedroge“ wirklich?

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Snus
FOTO: iStockphoto

Der skandinavische Oraltabak Snus genießt in Norwegen und Schweden längst eine lange Tradition. Auch bei uns sind die kleinen Nikotintäschchen schon seit Jahren vor allem bei Sportlern ein Renner. Doch wie steht es eigentlich um die gesundheitlichen Aspekte der „Modedroge“? KOSMO klärt auf.

Die beliebten Beutelchen, die man sich hinter die Ober- oder Unterlippe klemmt, bestehen hauptsächlich aus Tabak – das von Natur aus Nikotin enthält -, Wasser, Salz und verschiedenen Aromen. Je nach Belieben wird Snus zwischen 15 und 60 Minuten im Mund behalten, bis das kleine Säckchen seine Wirkung verliert.

In diesem Zeitraum setzt der enthaltene Tabak Geschmack und Nikotin frei. Letzteres gelangt über die Mundschleimhäute in die Blutbahn und wirkt auf das Belohnungszentrum des Gehirns, was von Nutzern als ausgesprochen angenehm empfunden wird. Experten warnen nun aber vor den Folgen des besonders bei Sportlern beliebten Aufputschmittels.

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Forschern gelang durch die Analyse von Likes und Postings die Erkenntnis darüber, wer mit hoher Wahrscheinlichkeit trinkt und Drogen konsumiert.

 

 

Längst könne man nämlich nicht mehr nur von Einzelfällen sprechen, wenn es um den Konsum der Modedroge Snus geht. Die Zahl der Anhänger steigt zunehmend und weitet sich zudem von Athleten auf Minderjährige aus.

Besonders beliebt ist das legale Dopingmittel Nikotin aber vorwiegend bei Sportlern. Eine Portion Snus entspricht in etwa der Nikotinkonzentration von drei Zigaretten. Dadurch stellt sich bei vielen schon nach wenigen Sekunden ein angenehmes Hochgefühl ein. Da Nikotin als Gesellschaftsdroge auf Dopinglisten nicht aufscheint, wird Snus vor allem von Sportlern massenhaft konsumiert.

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Die Folgen
Laut Experten sei der entscheidende Unterschied, dass der Tabak in Säckchen nicht angezündet wird, was das Krebsrisiko zwar reduziert, aber dennoch nicht komplett im Keim erstickt. Zwar sei es das „kleinere Übel“ für Nikotinsüchtige, Jugendlichen hingegen wird vom Konsum besonders abgeraten.

Die damit einhergehenden Gefahren blenden die meisten nämlich aus. Neben noch recht harmlosen Folgen, wie Zahnfleischschwund, verfärbten Zähnen oder Zahnverlust, kann die unterschätzte Trenddroge – genau wie das Rauchen – verschiedene Arten von Krebs verursachen. Durch die Einwirkzeit im Mund werden nämlich alle krebserregenden Stoffe der Tabakpflanze über die Schleimhaut aufgenommen. Snus gilt vielen Experten zufolge außerdem als Einstiegsdroge.

Was viele zudem außer Acht lassen, ist dass Snus-Produkte schwedischer Erzeuger strengeren Standards unterliegen, um die Schadstoffe gering zu halten. Asiatische Produkte hingegen enthalten einen Tausendfach so hohen Schadstoffgehalt.

Der Verkauf – eine rechtliche Grauzone
Während in Österreich und innerhalb der EU (ausgenommen Schweden) ein Verkaufsverbot gilt, ist der Konsum aber legal. Das Beschaffen des Lutschtabaks ist dennoch keine große Kunst. Die meisten besorgen sich die kleinen Säckchen nämlich per Mausklick.

Fakt ist – Die Sucht bleibt! Da die Nikotinzufuhr sowohl bei Zigaretten als auch bei Snus gegeben ist, bleibt auch das Suchtpotenzial dasselbe.