Zwischen Kiefernwald und Adria verwandelt sich eine kroatische Insel jährlich in ein diskretes Erwachsenenparadies. Für zwei Wochen gelten hier besondere Regeln.
Eine kroatische Insel verwandelt sich jährlich in ein Paradies für Liebhaber des freien Lebensstils. Britische Medien berichten zunehmend über dieses besondere Urlaubsziel nahe Sibenik, das als Alternative zu den bekannten „Spicy“-Kreuzfahrten gilt. Für Menschen, die lieber festen Boden unter den Füßen haben, bietet diese diskrete Destination ein außergewöhnliches Erlebnis.
„Es ist wie Disneyland für Swinger„, schwärmt die 38-jährige Amanda im Gespräch mit dem britischen Boulevardblatt The Sun. Die Exklusivität wird durch ein besonderes Sicherheitskonzept gewährleistet – den genauen Standort erfahren Besucher erst beim Betreten des Bootes. Während die Insel den Großteil des Jahres als gewöhnliches Touristenziel fungiert, verwandelt sie sich für zwei Wochen in eine Oase für Erwachsene mit besonderen Interessen.
Der Aufenthalt hat seinen Preis: Zwischen 1.200 und 3.000 Euro müssen Interessierte je nach Unterkunftsart berappen. Im Paket enthalten sind neben Mahlzeiten auch ein Willkommenspaket mit praktischen Utensilien wie Kondomen sowie spezielle Armbänder zur Unterscheidung zwischen Gästen und Personal. Rund 600 Personen – sowohl Paare als auch Singles – finden hier Platz. Das Programm reicht von Workshops zur erotischen Kommunikation bis hin zu speziellen „Spielzonen“.
Klare Regeln
Trotz der freizügigen Atmosphäre gelten strenge Regeln. „Nichts geschieht ohne Einverständnis“, betont Amanda, die auf der Insel sogar ihren jetzigen Partner kennengelernt hat. Sie schätzt besonders das sichere und druckfreie Ambiente: „Anders als in gewöhnlichen Clubs fühlt man sich hier nie unwohl oder bedrängt.“
Die Hausordnung ist klar definiert: In Restaurant und Rezeption ist Nacktheit tabu, das Fotografieren oder Filmen anderer Gäste strikt untersagt. Auf persönliche Hygiene und geschützten Verkehr wird großer Wert gelegt. Die gemeinsamen Mahlzeiten dienen als gesellschaftlicher Treffpunkt. „Wir setzen uns zu Menschen, mit denen wir eine Verbindung spüren. Das Flirten läuft ganz natürlich ab, wie in jeder gewöhnlichen Bar“, erklärt Stammgast Kaarina. „Hier begegnet einem niemand mit schiefen Blicken, aber alle respektieren Grenzen – deshalb kommen die Leute immer wieder.“
Luxuriöse Unterkünfte
Obwohl die britischen Medien den Namen der Insel nicht explizit nennen, verdichten sich die Hinweise auf Obonjan, wo in den vergangenen zwei Jahren ähnliche Veranstaltungen stattfanden. Für diesen Sommer ist dort zwischen 28. Juni und 2. September ein großes Treffen unter dem Titel „Spicy Island“ angekündigt, bei dem die Veranstalter fünf Tage voller Vergnügen und Entspannung versprechen.
Die offizielle Webseite wirbt mit luxuriösen Unterkünften: „Unsere Lieblingsinsel bietet über 250 geräumige, maßgeschneiderte und umweltfreundliche Luxuszelte, Holzhütten und Bungalow-Apartments inmitten üppiger Vegetation. Genießen Sie die erfrischende Meeresluft und den herrlichen Blick auf die Adria oder die Ruhe des Kiefernwaldes.“
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt die Pornodarstellerin und Moderatorin von Naked News, Marina Valmont, die auf ihrem Kanal Videoreportagen aus Sibenik veröffentlicht hat. Mit plakativen Titeln wie „Nackte Rothaarige auf kroatischer Swinger-Insel“ und „Heiße rote MILF erkundet kroatische Nacktinsel“ preist sie die Destination an.
Außerhalb der Spezialveranstaltungen dient die Insel als Ort für private Events. Die genauen Aktivitäten bleiben weitgehend im Verborgenen, da die Besucher überwiegend zahlungskräftige ausländische Gäste sind. Ins Rampenlicht geriet Obonjan bereits 2019, als Fotos des Hollywood-Stars Jared Leto auftauchten, der in weißem Gewand über die Insel wandelte und vor einer Gruppe predigte – seinen Anhängern, hauptsächlich junge Frauen, die seiner Band 30 Seconds to Mars folgen.
Die Organisation solcher Urlaube liegt in den Händen der Community für nicht-monogame Beziehungen „SpicyMatch“.
Nach deren Angaben reisen immer mehr Briten auf die Insel, angezogen von der Aussicht auf ein „paradiesisches Erlebnis ohne Verurteilung“.