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Geisterbasis

Titos Luftwaffen-Bunker: Das wurde aus Jugoslawiens Milliardenprojekt

Titos Luftwaffen-Bunker: Das wurde aus Jugoslawiens Milliardenprojekt
(FOTO: Youtube)
3 Min. Lesezeit |

Ein Berg, der Kampfjets verschluckt und ein Koloss, der 1992 zerbarst. Heute lockt der Ort Besucher, doch der Boden bleibt tückisch.

Tief im Plješevica-Gebirge nahe Bihać in Bosnien und Herzegowina, unmittelbar an der Grenze zu Kroatien, liegt der unterirdische Luftwaffenstützpunkt Željava. Das unter der Bezeichnung Objekt 505 geführte Megaprojekt barg Kampfflugzeuge im Inneren des Berges.

1992 wurde es schwer zerstört. Heute gilt die Anlage als Erinnerungsort und Touristenmagnet, aber auch als gefährliche Zone mit Minenrisiko.

Gebaut wurde von 1948 bis 1968. Im Berginneren entstand ein Tunnelsystem mit einer Gesamtlänge von rund 3,5 Kilometern. Vier Zugänge, verschlossen mit Toren von jeweils etwa 100 Tonnen, schirmten den Komplex ab.

Drei davon waren so ausgelegt, dass Flugzeuge direkt hinein- und hinausrollen konnten. Vor dem Berg erstreckten sich fünf asphaltierte Pisten mit Längen zwischen 2050 und 2780 Metern.

Auf dem Gipfel überwachte das Radar Čelopek den Luftraum, die Anlage wurde zum Teil als jugoslawische Variante von NORD bezeichnet. Stationiert waren die 124. und die 125. Jagdstaffel mit MiG-21bis sowie die 352. Aufklärungsstaffel mit MiG-21R. Die Baukosten beziffern oft genannte Schätzungen mit rund sechs Milliarden US-Dollar.

Abruptes Ende

Mit dem Zerfall Jugoslawiens kam für die Basis das abrupte Ende. Beim Abzug der JNA wurden die Pisten vermint. Im Mai 1992 zerstörten mehrere Dutzend Tonnen Sprengstoff die unterirdische Infrastruktur.

Die Detonationen richteten in den Galerien und an der Technik derart schwere Schäden an, dass die Anlage binnen eines Tages ihre militärische Funktion verlor. Zurück blieben dunkle Tunnel, offene Stollen und verwaiste Pisten. Es sind die Überreste eines Projekts, an dem über zwei Jahrzehnte gebaut wurde und das in kürzester Zeit zunichtegemacht war.

Anhaltende Minengefahr

Heute zieht Željava Fotografen, Technikbegeisterte und Reisende an, die die Region besuchen. Das Gelände bleibt jedoch riskant, denn es besteht nach wie vor Minengefahr.

Wie ernst sie ist, zeigte sich im Jahr 2000. Damals kam ein Major der Luftstreitkräfte von Bosnien und Herzegowina ums Leben, nachdem er eine Antipersonenmine des Typs PROM-2 ausgelöst hatte.

Die Faszination der Riesentunnel und der wuchtigen Bergtore sollte daher nicht in Sorglosigkeit umschlagen. Besucher sollten sich ausschließlich auf überprüften, als sicher geltenden Flächen bewegen und abgesperrte Zonen strikt meiden.

Immer wieder gibt es Überlegungen, Teile der Infrastruktur zivil zu nutzen, etwa eine der Pisten im Rahmen eines Flughafenprojekts bei Bihać. Eine Wiederinbetriebnahme ist bislang nicht bestätigt.

So bleibt das einstige Objekt 505 ein Monument der technischen Möglichkeiten und militärischen Ambitionen auf dem Gebiet des damaligen Jugoslawien.

Es ist zugleich ein Ort, an dem die Folgen des Krieges bis heute sichtbar und spürbar sind.

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KO KOSMO-Redaktion
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