Ein Kroate sticht in Ankara Militärpiloten aus vier Kontinenten aus. Dahinter steht eine Armee, die ihre Drohnenflotte aufrüstet.
Ein kroatischer FPV-Drohnenpilot hat beim internationalen Wettbewerb BIMDTC in Ankara die Einzelwertung gewonnen. Der Bewerb läuft noch bis 26. Oktober. Der Erfolg unterstreicht, wie gut kroatische Soldaten im Umgang mit unbemannten Systemen ausgebildet sind.
Der Sieger gehört dem Nachrichtendienstregiment der Streitkräfte der Republik Kroatien an. Ausgetragen wird der Best International Military Drone Team Competition vom Kommando der Landstreitkräfte der türkischen Streitkräfte. Am Start sind Teams aus Europa, Asien, Afrika und Südamerika. In der Mannschaftswertung kam Kroatien auf Rang sieben. Bewertet werden Geschwindigkeit, Steuerungspräzision, technische Fähigkeiten und Teamkoordination.
Beim BIMDTC treten Militärpiloten mit FPV-Drohnen an. Diese Fluggeräte werden über das Kamerabild an Bord gesteuert. Laut Ausschreibung zählen zu den Kriterien „Geschwindigkeit, Steuerungspräzision, technische Fertigkeiten und das Zusammenspiel der Teammitglieder“. Gastgeber ist Ankara.
Während der kroatische Pilot im Einzelbewerb ganz oben stand, erreichte das Team seines Regiments in der Mannschaftswertung den siebenten Platz. Die beiden Wertungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte.
Aufrüstung der Drohnenflotte
Der Erfolg in Ankara folgt auf ein weiteres starkes Ergebnis. Erst vor Kurzem hatte das Kommando der Spezialkräfte in London die Kategorie TACTICAL für sich entschieden. Gleichzeitig rüstet die Kroatische Armee ihre Drohnenflotte auf.
Den größten Schritt markiert der Ankauf von sechs Bayraktar TB2, die für Aufklärung und präzise Angriffe gedacht sind. Dazu kommen israelische Systeme vom Typ Orbiter 3B und kleinere FPV-Drohnen, teils auf Basis von Technologie kroatischer Hersteller.
Im Einsatz stehen Drohnen bei der Kroatischen Luftwaffe, beim Nachrichtendienstregiment und beim Kommando der Spezialkräfte. Parallel arbeiten die Streitkräfte an Anti-Drohnen-Systemen, die vor gegnerischen unbemannten Fluggeräten schützen sollen. Diese Fähigkeiten gewinnen für Aufklärung und andere militärische Aufgaben zunehmend an Gewicht.
Offene Kennzahlen
Die jüngsten Ergebnisse bestätigen, dass Kroatien in einem Schlüsselbereich der modernen Kriegsführung an Kompetenz gewinnt. Allerdings bleiben wesentliche Kennzahlen im Dunkeln: „Wie viele FPV-Drohnen es insgesamt gibt und über welche Kapazitäten die spezialisierten Einheiten tatsächlich verfügen, ist der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt.“ Eine vollständige Einschätzung der militärischen Stärke ist daher derzeit nicht möglich.