Kurz abbremsen vor der Kamera bringt in Slowenien nichts mehr. Auf vier Autobahnabschnitten zählt jetzt der gesamte Weg, nicht der Moment.
Auf Sloweniens Autobahnen wird nicht mehr nur punktuell kontrolliert: Auf vier Abschnitten überwacht ein neues Section-Control-System jetzt die Durchschnittsgeschwindigkeit. Die Behörden wollen damit ein gleichmäßigeres und sichereres Fahren erreichen. Das betrifft vor allem alle, die Richtung Balkan durch das Land unterwegs sind.
Laut dem slowenischen Amt für Metrologie ist die Messung der Durchschnittsgeschwindigkeit mittlerweile auf mehreren wichtigen Strecken in Betrieb. Anders als bei klassischen Radarkontrollen hält das System fest, wann ein Fahrzeug in den überwachten Abschnitt einfährt und wann es ihn wieder verlässt. Aus der zurückgelegten Distanz und der benötigten Zeit ergibt sich das Durchschnittstempo.
Ein Rechenbeispiel: Wer 10 Kilometer in 4 Minuten zurücklegt, ist im Schnitt mit 150 km/h unterwegs. Gilt auf der Strecke Tempo 130, ist das eine Übertretung, ganz gleich, wie schnell das Auto direkt bei der Kamera gerade war.
Kurze Bremsmanöver vor einer Messstelle verpuffen damit wirkungslos. Entscheidend ist, wie rasch ein Fahrzeug auf dem gesamten kontrollierten Abschnitt unterwegs war.
Die Maßnahme soll für ruhigeren Verkehrsfluss und mehr Sicherheit für alle sorgen. Das Reiseportal Putni kofer bringt es auf den Punkt: Wer unmittelbar vor der Geschwindigkeitsmessung abbremst und danach wieder beschleunigt, kommt damit nicht mehr durch.
Betroffene Abschnitte
Aktiv ist das System derzeit auf vier wichtigen Abschnitten. Es sind dies die A1 zwischen Logatec und Vrhnika Richtung Ljubljana, die A2 zwischen Ljubljana Brod und Vodice Richtung Kranj, die A2 zwischen Grosuplje und Ivančna Gorica Richtung Novo Mesto sowie die A1 zwischen Podmilj und Ločica im Bereich der Trojane-Tunnel Richtung Maribor. Wer in den Süden oder zurück nach Österreich fährt, sollte diese Zonen einplanen und das erlaubte Tempo konsequent einhalten.
Drohende Geldstrafen
Wer das Limit überschreitet, muss mit Geldstrafen zwischen 40 und 1.200 Euro rechnen. Bis zu 10 km/h zu viel kosten 40 Euro, bei 10 bis 30 km/h darüber sind es 80 Euro, bei 30 bis 40 km/h 160 Euro und bei 40 bis 50 km/h 250 Euro.
Lenker, die um mehr als 50 km/h zu schnell sind, haben mit noch strengeren Konsequenzen zu rechnen. Ab 60 km/h über dem Limit sind bis zu 1.200 Euro möglich.
Bei schweren Verstößen kommen zusätzlich Strafpunkte dazu.