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Hundeangriff

Abendspaziergang endet im OP: Hund fällt Zweifach-Mutter von hinten an

Abendspaziergang endet im OP: Hund fällt Zweifach-Mutter von hinten an
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Abendspaziergang endet im Operationssaal. Der Halter zahlt 1.960 Euro, doch für die Familie ist die Sache noch nicht erledigt.

Eine 29-jährige zweifache Mutter ist am 1. August in Villach bei einem Spaziergang schwer verletzt worden: Ein Belgischer Schäferhund hatte sie von hinten attackiert. Der Hundehalter hat einer Diversion zugestimmt, ein Antrag auf Fortführung des Ermittlungsverfahrens ist anhängig.

Zu dem Angriff kam es gegen 20:30 Uhr am Schilfweg im Villacher Stadtteil Auen. Die Frau rief ihre Mutter Andrea Rössler an, laut deren Schilderung brachte sie nur die Worte „Hundebiss, Hundebiss“ hervor. Die Helfer vor Ort sahen schwere Verletzungen, überall waren Blutspuren zu erkennen.

Die Kleine Zeitung zitiert Rössler mit den Worten: „Alles war voll mit Blut. Es war furchtbar“. Eine zufällig anwesende Ärztin leistete Erste Hilfe, die Rettung brachte die Verletzte ins LKH Villach, wo sie operiert wurde.

Dramatischer Hergang

Wie die Familie berichtet, war die Frau nur wenige Gehminuten von ihrem Zuhause entfernt, als der Hund sie von hinten ansprang. Rössler schildert den Hergang so: „Der Hund hat sich erst am linken Unterarm festgebissen. Danach ist er in Richtung Hals gesprungen“. Reflexartig habe ihre Tochter den Arm schützend nach oben gerissen.

Die Bisswunden an der linken Hand bzw. am Unterarm sowie im Brustbereich wurden im Krankenhaus versorgt. Vor Ort bemühten sich Anwesende, die 29-Jährige zu beruhigen. Rössler beschreibt den Zustand ihrer Tochter mit den Worten: „Meine Tochter wirkte apathisch“.

Die Betroffene hat laut Familie bis heute mit Taubheitsgefühl im Unterarm, mit Schmerzen und mit Bewegungseinschränkungen zu kämpfen. Hinzu kommt die seelische Belastung: „Dazu kommen Angstzustände und Panikattacken“, sagt Rössler. Öffentlich über das Erlebte zu sprechen, fällt der 29-Jährigen nach wie vor schwer.

Für die Familie bleibt der Vorfall eine große Belastung, zumal die Frau regelmäßig mit ihren beiden Kindern im Alter von zwei und drei Jahren unterwegs ist.

Juristische Schritte

Der Hundehalter hat einer Diversion über 1.960 Euro zugestimmt, die Staatsanwaltschaft Klagenfurt stellte die Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung ein. Wie Rechtsanwalt Alexander Todor-Kostic, der die 29-Jährige vertritt, mitteilt, wurde die Fortführung des Ermittlungsverfahrens beantragt. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Die Betroffene hat sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen und Sachschäden an Brille und Kleidung geltend gemacht. In der Frage des Schadenersatzes laufen Gespräche mit der Haftpflichtversicherung. Sollte keine Einigung zustande kommen, will man die Ansprüche laut dem Anwalt vor Gericht durchsetzen.

Den Angaben der Angehörigen zufolge kamen der Hundehalter und seine Familie an den Ort des Geschehens, gaben sich als Besitzer zu erkennen, tauschten Telefonnummern aus und entschuldigten sich. „Sie haben sich entschuldigt und beteuert, wie leid ihnen der Vorfall tut“, berichtet Rössler. Nach Familienangaben wurde inzwischen ein hoher Zaun um das Grundstück der Besitzer errichtet.

Die juristische Bewertung bleibt abzuwarten, bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.

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KO KOSMO-Redaktion
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