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Todeskeim

Tödliche Seuche auf der Donauinsel bedroht Wiener Haustiere – 100 Kaninchen bereits verendet

Tödliche Seuche auf der Donauinsel bedroht Wiener Haustiere – 100 Kaninchen bereits verendet
Donauinsel. FOTO: iStock/goce/Peter Togel
3 Min. Lesezeit |

Eine tödliche Virusmutation breitet sich aus und hinterlässt eine Spur toter Kaninchen in Wien. Auf der Donauinsel wurden binnen fünf Wochen über 100 verendete Tiere entdeckt.

In Wien und Teilen Niederösterreichs grassiert seit mehreren Wochen eine mutierte Variante des Myxomatose-Virus, die unter Wild- und Hauskaninchen zahlreiche Opfer fordert. Die neue Virusrekombinante (ha-MYXV) verursacht besonders auf der Donauinsel ein massenhaftes Kaninchensterben. In den vergangenen Wochen wurden ungewöhnlich viele tote Feldhasen entdeckt, während im Bereich des Handelskais zahlreiche verendete Wildkaninchen aufgefunden wurden.

Die dort ansässige Kaninchen-Kolonie ist besonders stark betroffen – täglich mussten bis zu 20 tote Tiere entfernt werden. Die Veterinärmedizinische Universität Wien dokumentierte im Bereich der Brigittenauer Brücke innerhalb von nur fünf Wochen mehr als 100 Todesfälle.

Virus-Ursprung

Der Erreger gehört zur Familie der Pockenviren und stammt ursprünglich aus Südamerika. In den 1950er Jahren wurde er gezielt in Europa freigesetzt, um die damalige Kaninchenüberpopulation einzudämmen. Seitdem hat sich das Virus in zahlreichen Ländern ausgebreitet und dezimiert kontinuierlich die Wild- und Hauskaninchenpopulationen.

Während die ursprüngliche Myxomatose-Variante zwar auch Feldhasen infizieren konnte, verlief die Erkrankung bei ihnen nur selten tödlich. Die aktuelle Mutation scheint nun jedoch auch für Feldhasen eine lebensbedrohliche Gefahr darzustellen.

Symptome und Schutz

Die Krankheitssymptome bei infizierten Tieren umfassen typischerweise Schwellungen an Kopf und Genitalbereich, Orientierungslosigkeit, Erblindung und Nahrungsverweigerung. Der Krankheitsverlauf führt durch zunehmende Erschöpfung meist schnell zum Tod. Die Übertragung erfolgt nicht nur durch direkten Kontakt, der als hochinfektiös gilt, sondern auch durch Stechmücken, Zecken oder Flöhe.

Fachleute raten dringend zur Impfung aller Hauskaninchen, da diese zuverlässigen Schutz bietet und eine Infektion verhindert. Obwohl Menschen nicht durch das Virus gefährdet sind, wird empfohlen, Abstand zu den toten Tieren auf der Donauinsel zu halten, da andere Krankheitserreger nicht ausgeschlossen werden können.

Behördliche Maßnahmen und Ausbreitungsrisiko

Als Reaktion auf das massenhafte Kaninchensterben haben die Wiener Umweltbehörden verstärkte Maßnahmen zur Kadaverbeseitigung eingeleitet. Diese sollen eine weitere Ausbreitung des Virus verhindern und das Risiko für Haustiere minimieren. Experten der Veterinärmedizinischen Universität Wien weisen darauf hin, dass die Übertragung nicht nur über direkten Kontakt mit infizierten Tieren erfolgt, sondern auch indirekt über Kleidung, Schuhe oder Fahrzeuge möglich ist.

In früheren Seuchenzügen wurden in stark betroffenen Gebieten amtliche Sperren verhängt. Der Abtransport von lebenden oder toten Kaninchen sowie deren Produkten wurde untersagt, um die Ausbreitung einzudämmen.

Ökologische Folgen

Das Massensterben der Kaninchen könnte langfristige Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht haben. Laut Jagdstatistiken und historischen Vergleichen hat Myxomatose bereits in der Vergangenheit zu einem drastischen Rückgang der Wildkaninchenpopulationen in Wien geführt. Kaninchen gelten als wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Raubtiere und spielen eine bedeutende Rolle als Landschaftsgestalter.

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KO KOSMO-Redaktion
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