Am Gardasee eskaliert der Kampf um Restaurantgäste. Weil Lokale mit aggressiven Methoden Urlauber ködern, greift der Bürgermeister von Torri del Benaco nun durch.
In Torri del Benaco am Gardasee, einem der meistbesuchten Urlaubsorte der Region, zeichnet sich ein Konflikt zwischen Gastronomen und Urlaubern ab. Während Besucher neben Bademöglichkeiten, kulturellen Angeboten und Naturerlebnissen auch die lokale Gastronomie genießen können, sorgt gerade letztere derzeit für Unmut. Hintergrund ist die zunehmende Preissensibilität der Gäste, die nicht mehr bereit sind, die gewohnten Summen für ihre Mahlzeiten zu bezahlen.
Diese Entwicklung hat zu einem regelrechten Wettstreit unter den Restaurantbetreibern geführt, bei dem immer aggressivere Methoden zur Kundengewinnung eingesetzt werden. Besonders problematisch: Einige Lokale beschäftigen mittlerweile Personal, dessen einzige Aufgabe darin besteht, potentielle Gäste auf der Straße anzusprechen und in die Restaurants zu locken. Ein Vorgehen, das dem Bürgermeister des Ortes missfällt.
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📍 Ort des Geschehens
Drohende Geldstrafen
Diese Praxis kann für die Betreiber nun kostspielig werden. „Unsere Gäste sollen ohne Beeinflussung entscheiden können, wo sie essen möchten“, erklärte Bürgermeister Stefano Nicotra. Bei Verstößen gegen diese Vorgabe drohen den Lokalen Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro. Zusätzlich wird künftig auch die Verteilung von Werbematerial direkt vor den Gaststätten untersagt.
Die neue Gemeindeverordnung reagiert auf wiederholte Beschwerden von Touristen über aufdringliches Verhalten. Besonders brisant: Einige Anwerber gingen so weit, Urlauber am Arm festzuhalten, um sie zum Restaurantbesuch zu bewegen. Die Bußgelder werden pro Einzelfall verhängt, wodurch bei mehrfachen Verstößen schnell höhere Summen zusammenkommen können.
Strengere Regeln
Die Maßnahmen reihen sich ein in eine Serie verschärfter Vorschriften rund um den Gardasee. Diese zielen nicht nur auf die Gastronomie ab, sondern adressieren auch das Verhalten der Touristen selbst. Der wachsende Besucherandrang macht strengere Regelungen erforderlich, um auch die Interessen der Einheimischen zu wahren.
So wurden etwa neue Ruhezeiten festgelegt und in Limone sul Garda gilt ab sofort ein saisonales Alkoholverbot an bestimmten Plätzen, das jährlich von April bis November in Kraft ist.
Währenddessen müssen Tagesbesucher in Venedig inzwischen an besonders frequentierten Terminen Eintritt zahlen.