Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Versicherungstipp

Urlaubsalptraum: So schützt du dich vor dem Auslands-Kostenschock

Urlaubsalptraum: So schützt du dich vor dem Auslands-Kostenschock
(FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Urlaubsfreude kann schnell in finanzielle Sorgen umschlagen, wenn medizinische Hilfe im Ausland nötig wird. Die Kosten übersteigen oft den gesetzlichen Versicherungsschutz.

Gesundheitliche Notfälle können den Urlaubsplan jederzeit durchkreuzen. Obwohl niemand gerne an Krankheiten oder Unfälle während der Ferienzeit denkt, ist Vorsorge unerlässlich. Das Ratgeberportal Finanztip warnt eindringlich vor unterschätzten finanziellen Risiken bei medizinischen Zwischenfällen im Ausland. Stationäre Behandlungen können schnell mehrere tausend Euro verschlingen, während Rücktransporte nach Österreich sogar im fünfstelligen Bereich liegen können.

Gesetzlich Versicherte genießen in der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen, Großbritannien und der Schweiz grundsätzlichen Schutz durch die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), deren Daten auf der Rückseite der e-card vermerkt sind. Dieser Basisschutz erstreckt sich auch auf Länder mit Sozialversicherungsabkommen wie Tunesien und die Türkei. Dennoch weisen die Verbraucherzentralen darauf hin, dass Urlauber trotzdem teilweise oder vollständig auf ihren Kosten sitzenbleiben können.

Die Gründe für diese Versorgungslücken sind vielfältig. Als Patient erhält man nur jene Leistungen, die auch Versicherten im jeweiligen Urlaubsland zustehen – inklusive dort üblicher Eigenanteile und Zuzahlungen. Zudem akzeptieren nicht alle Behandler die elektronische Gesundheitskarte, besonders Privatärzte können häufig nicht darüber abrechnen, was Patienten zunächst zur Selbstzahlung zwingt. Besonders problematisch: Der Rücktransport ins Heimatland gehört generell nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Stiftung Warentest unterstreicht die Notwendigkeit einer zusätzlichen Absicherung. Für Reisen außerhalb Europas sei eine Auslandskrankenversicherung unverzichtbar, innerhalb der EU dringend anzuraten, da der gesetzliche Versicherungsschutz erhebliche Lücken aufweise.

Günstige Zusatzversicherung

Gemessen an den abgedeckten Risiken fallen die Kosten für eine solche Zusatzversicherung gering aus. Finanztip zufolge sind Einzelpersonen mit guten Jahrestarifen teilweise für unter zehn Euro abgesichert, Familien erhalten umfassenden Schutz ab etwa 25 Euro jährlich. Preisvergleiche lohnen sich, sollten jedoch nicht das Hauptkriterium bei der Auswahl sein.

Eine aktuelle Marktübersicht zeigt: Renommierte Anbieter wie Allianz und ADAC bieten Jahrestarife ohne Selbstbeteiligung und mit weltweitem Schutz ab 19,90 Euro für Einzelpersonen bzw. ab 34,20 Euro für Familien an. Die durchschnittlichen Preisspannen liegen bei 10 bis 20 Euro für Einzeltarife und 20 bis 35 Euro für Familientarife.

Bei der Policenauswahl sind bestimmte Qualitätsmerkmale entscheidend: Ein guter Tarif sollte keine Erkrankungen ausschließen und keine Erstattungsobergrenzen für Behandlungen und Transporte vorsehen. Wichtig ist laut Finanztip auch, dass Rücktransporte bereits bei medizinischer Sinnhaftigkeit übernommen werden – nicht erst bei zwingender Notwendigkeit. Das bedeutet: Die Versicherung sollte zahlen, wenn die Behandlung in Österreich bessere Erfolgsaussichten verspricht, nicht nur wenn am Urlaubsort keine Behandlungsmöglichkeit besteht.

Wichtige Leistungen

Weitere Schlüsselkriterien sind weltweiter Versicherungsschutz und mindestens 5.000 Euro Erstattung für Such- und Bergungskosten. Von Tarifen mit Selbstbeteiligung raten Experten grundsätzlich ab.

Die meisten Reisekrankenversicherungen decken Aufenthalte von sechs bis acht Wochen ab. Bei längeren Urlaubsreisen empfiehlt sich daher eine genaue Prüfung der Versicherungsdauer. Typische Jahrespolicen bei führenden Anbietern sichern maximal 56 bis 63 Tage pro Einzelreise ab. Für mehrmonatige Auslandsaufenthalte, etwa während eines Sabbaticals oder Austauschjahres, sollten Reisende spezielle Langzeit-Auslandskrankenschutzpolicen in Betracht ziehen.

Solche Langzeitpolicen von Anbietern wie Allianz oder ERGO können Aufenthalte von bis zu 365 Tagen abdecken und kosten je nach individuellem Bedarf ab etwa 1,90 Euro pro Tag. Diese unterscheiden sich in Preis und Leistungsumfang deutlich von den Standard-Jahrespolicen für Urlaubsreisende.

Wer kurzfristig vor dem Sommerurlaub noch eine Versicherung abschließen möchte, kann dies bei vielen Anbietern bis zum Abreisetag tun. Nach Reiseantritt ist ein Abschluss jedoch in der Regel nicht mehr möglich. Reisende haben die Wahl zwischen Einzelreise- und Jahrestarifen, wobei letztere für beliebig viele Reisen innerhalb eines Jahres gelten und sich gegenüber Einzeltarifen oft schon nach wenigen Reisen rechnen.

Auch für Privatversicherte kann eine zusätzliche Reisekrankenversicherung unter bestimmten Umständen sinnvoll sein, betont die Stiftung Warentest.

Zwar besteht häufig ein zeitlich begrenzter weltweiter Schutz, jedoch decken nicht alle privaten Krankenversicherer beispielsweise den Rücktransport in ein österreichisches Krankenhaus ab.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen