Start Welt
Vermisstenfall

Vermisster Teenager kehrt nach 7 Jahren zurück!

POLIZEI_DEUTSCHLAND
(FOTO: iStock)

In Markt Bibart in Mittelfranken bahnte sich im September 2017 ein Familienalptraum an: Der damals 15-jährige Till R. verschwand spurlos aus dem Lebensumfeld seiner Angehörigen. Fast sieben Jahre lang suchten sowohl die besorgte Familie als auch die Polizei nach Till R. Im April dieses Jahres löste sich der Vermisstenfall auf unerwartete Weise.

Till R., jetzt 21 Jahre alt, tauchte plötzlich wieder bei seinem Vater und seiner Familie auf und war bereit, über die verschollenen Jahre zu sprechen.

Till R.s Berichten zufolge führten schulische Anfeindungen und Mobbing dazu, dass er seine Heimatstadt verließ, um einen Internetbekannten in Lingen im Emsland zu treffen. Dies war der Ausgangspunkt einer langjährigen Odyssee, die ihn schlussendlich sogar bis nach Berlin führen sollte. Sein Verschwinden löste bei den Ermittlungsbehörden sogar Spekulationen über ein mögliches Verbrechen aus, was zur Einleitung einer Öffentlichkeitsfahndung und zu einem TV-Auftritt in „Aktenzeichen XY“ führte, allerdings ohne den entscheidenden Hinweis zu erhalten.

Von Düsseldorf nach Berlin

Die tatsächliche Reise des jungen Bayern scheint filmreife Züge zu tragen. Nach einem Zwischenstopp in Lingen, der zu keiner Lösung seines Problems führte, verschlug es Till R. nach Düsseldorf, wo er sich zeitweilig mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielt und in einer leer stehenden Industriehalle mit Obdachlosen Schutz suchte. Diese Phase des Überlebenskampfes war geprägt von Improvisation und dem ständigen Bedürfnis, unentdeckt zu bleiben – so nutzte Till R. über Jahre hinweg kein Mobiltelefon. Sein nächstes Ziel, Berlin, bot ihm ähnliche Bedingungen: Arbeit unter dem Radar und ein Leben am Rande der Gesellschaft.

Das Ende einer langen Flucht

Till R.s Entscheidung, nach fast sieben Jahren wieder Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen, markiert das Ende seiner langen Flucht. Die Gründe für diesen Schritt sind nicht vollständig offenbart, doch sein Vater und seine Familie empfingen den jungen Mann mit offenen Armen. Till R.s Geschichte ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie komplex die Gründe für das Verschwinden junger Menschen sein können und welche bedeutende Rolle familiärer Zusammenhalt und die Hoffnung auf Wiedervereinigung spielen.