Fünf Polizeieinsätze, eine bekannte Vorgeschichte – und trotzdem eskalierte eine Nacht in Texas auf dramatische Weise.
Ein Notruf in der Nacht, ein Messer in der Hand der eigenen Mutter – was sich in den frühen Morgenstunden des Dienstags in Northlake, Texas abspielte, lässt sich kaum in Worte fassen. Holly Leeann Flores, 37 Jahre alt, griff ihren Ehemann und ihre beiden Kleinkinder mit einem Küchenmesser an. Dass alle drei Opfer überlebten, grenzt an ein Wunder.
Gegen 4:20 Uhr wählte Justin Flores (34) den Notruf. Seine Worte waren knapp, aber unmissverständlich: „Meine Frau hat ein Messer.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte Holly Flores bereits das Kinderzimmer aufgesucht.
Bekannte Vorgeschichte
Was dort genau geschah, rekonstruierten die Ermittler anhand der Verletzungen: Die dreijährige Tochter und der zehn Monate alte Sohn trugen Wunden an Kopf und Brustbereich davon. Auch Justin Flores wurde bei dem Handgemenge verletzt. Alle drei wurden in ein Krankenhaus in Fort Worth gebracht und konnten dieses später zur häuslichen Pflege verlassen.
Für die Einsatzkräfte der Polizei Northlake war das Haus der Familie kein unbekannter Ort. Seit März war man dort bereits fünfmal ausgerückt – stets wegen Meldungen, die auf eine Gefährdung des Familienwohls hindeuteten. Polizeichef Robert Crawford bestätigte diese Einsatzhistorie und machte damit deutlich, dass die Eskalation dieser Nacht keine plötzliche war. Holly Flores soll an postpartalen Depressionen gelitten haben – ein Umstand, der den Behörden offenbar bekannt war, ohne dass er eine Katastrophe verhindern konnte.
Festnahme & Anklage
Bei ihrer Festnahme leistete Holly Flores Widerstand. Sie verlangte nach einem Anwalt und äußerte, nicht mehr leben zu wollen. Die Staatsanwaltschaft klagte sie wegen versuchten Mordes sowie schwerer Körperverletzung an. Die Kaution wurde auf zwei Millionen Dollar festgesetzt.
Die Betreuung der beiden Kinder übernahm inzwischen die texanische Kinder- und Familienschutzbehörde.