Der österreichische Unternehmer Bernd Bergmair hat sich an das US-Finanzministerium gewandt, um internationale Vermögenswerte des sanktionierten russischen Ölkonzerns Lukoil zu erwerben. Dies bestätigten zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber Reuters.
Die USA haben Lukoil mit Sanktionen belegt, um Moskau zum Einlenken im Ukraine-Krieg zu bewegen. Als Reaktion darauf kündigte der russische Konzern den Verkauf seiner ausländischen Beteiligungen an, woraufhin mehrere potenzielle Käufer – darunter Branchenriesen wie Exxon Mobil und Chevron – bei US-Behörden um Gesprächserlaubnis mit Lukoil ersuchten.
Bergmair, der seine Karriere in den 1990er Jahren als Investmentbanker bei Goldman Sachs begann, bevor er in die Privatwirtschaft wechselte, war bis zum Verkauf an einen kanadischen Private-Equity-Fonds im Jahr 2023 Mehrheitseigentümer von MindGeek – jenem luxemburgischen Unternehmen, das unter anderem die Plattform Pornhub betreibt. Die britische Sunday Times Rich List veranschlagte sein Vermögen 2021 auf mindestens 1,2 Milliarden Pfund.
Über seine rechtlichen Vertreter ließ Bergmair offen, welche Vermögenswerte konkret sein Interesse wecken, ob er bereits Kontakt zu Lukoil aufgenommen hat oder Teil eines Investorenkonsortiums ist. Gegenüber Reuters erklärte er lediglich: „Selbstverständlich wäre Lukoil International GmbH eine hervorragende Investition, und jeder könnte sich glücklich schätzen, diese Vermögenswerte zu besitzen.“ Grundsätzlich kommentiere ich potenzielle Investitionen jedoch nicht.
Lukrative Auslandsbeteiligungen
Das Interesse an Lukoils Auslandsbeteiligungen ist deutlich gestiegen, seit das US-Finanzministerium grünes Licht für Gespräche mit dem russischen Konzern gegeben hat. Die Behörde hat Verhandlungen bis zum 13. Dezember genehmigt und müsste auch jede daraus resultierende Vereinbarung absegnen. Die in Wien ansässige Lukoil International GmbH verfügt über Raffinerien in Europa, Anteile an Ölfeldern in Kasachstan, Usbekistan, Irak und Mexiko sowie ein weltweites Netz von Hunderten Tankstellen.
Nach aktuellen Daten aus dem Jahr 2024 werden die Vermögenswerte auf rund 22 Milliarden Dollar geschätzt.
Ein Sprecher des US-Finanzministeriums wollte nicht bestätigen, ob Gespräche mit Bergmair stattgefunden haben.