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Mobilitätswende

Warum Österreicher plötzlich auf E-Autos umsteigen

Warum Österreicher plötzlich auf E-Autos umsteigen
(Foto: iStockphoto)
3 Min. Lesezeit |

Österreichs Automarkt nimmt Fahrt auf: Während die Neuzulassungen steigen, erleben Elektrofahrzeuge einen regelrechten Boom – jeder fünfte Neuwagen fährt bereits stromgetrieben.

Die Neuzulassungen von Pkw in Österreich verzeichnen im ersten Halbjahr einen Anstieg von knapp sechs Prozent, womit sich die Prognose der heimischen Automobilbranche vom Jahresbeginn bestätigt hat. Besonders auffällig ist dabei das Wachstum bei Elektrofahrzeugen und Hybridmodellen mit jeweils rund 40 Prozent. Mittlerweile fährt jeder fünfte in Österreich neu zugelassene Wagen rein elektrisch – im EU-Durchschnitt ist es sogar jeder vierte.

„Die Transformation ist in vollem Gang“, erklärt Hans Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg, Europas größtem Autohändler. Der KURIER beleuchtet die Hintergründe für den Aufschwung bei Elektroautos.

Nachdem E-Fahrzeuge im ersten Halbjahr des Vorjahres in Österreich noch einen Absatzrückgang von fünf Prozent verzeichneten, konnte diese Schwächephase nun mehr als kompensiert werden. Ein wichtiger Faktor: Viele Interessenten sicherten sich noch rechtzeitig die staatliche Kaufförderung, die im Frühjahr auslief.

Die aktuellen Zahlen bestätigen jedoch, dass der E-Auto-Trend auch ohne staatliche Kaufprämie anhält. Im ersten Halbjahr 2025 wurden konkret 31.534 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen – ein Plus von beachtlichen 42,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders bemerkenswert: Im April, also nach dem Ende der Kaufförderung, stiegen die Neuzulassungen sogar um 76,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 5.690 Fahrzeuge.

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Wachsende Modellvielfalt

Der ADAC prognostiziert bis 2026 mindestens 40 komplett neue Elektromodelle auf dem Markt. Zudem drängen verstärkt neue Marken, insbesondere aus China, nach Europa. Schützinger betont: „Das Angebot an neuen E-Autos wird immer größer und zugleich immer leistbarer. In vielen Fällen besteht bereits eine Preisparität zum Verbrenner-Äquivalent.“

Die Ladeinfrastruktur in Österreich umfasst inzwischen über 27.000 öffentliche Ladepunkte, davon etwa ein Fünftel Schnelllader. Die Preismodelle werden kontinuierlich transparenter und übersichtlicher. Seit einem Jahr müssen Betreiber an neuen Stationen zudem die Zahlung mit Debit- oder Kreditkarte ermöglichen.

Steigende Reichweiten

Die Bundesregierung plant, die E-Mobilität bis Ende 2026 mit 480 Millionen Euro zu fördern, wobei der Großteil in die Infrastruktur fließen soll. Das Ziel: 95 Prozent der Ladestationen sollen dann schnelles Laden ermöglichen.

Die durchschnittliche Reichweite von E-Autos hat sich seit dem ADAC-Praxistest von 2014 verdreifacht – damals waren es nur 150 Kilometer pro Ladung. Experten sehen noch erhebliches Entwicklungspotenzial. Erst diese Woche stellte ein Elektrofahrzeug der US-Marke Lucid mit 1.205 Kilometern auf einer einzigen Akkuladung einen neuen Weltrekord auf.

Trotz der positiven Entwicklung bleibt noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Aktuell sind 70 Prozent aller neuen E-Autos in Österreich Firmenwagen, was vor allem am Wegfall des Sachbezugs bei privater Nutzung liegt.

Die österreichische Automobilwirtschaft bleibt vorsichtig optimistisch. „Der Automarkt ist im ersten Halbjahr leicht gestiegen, bleibt aber herausfordernd“, erklärt Christian Pesau, Geschäftsführer vom Arbeitskreis der Automobilimporteure, gegenüber dem KURIER. Nach dem Ende der staatlichen Kaufprämie für E-Autos sei abzuwarten, wie sich dies auf die weitere Marktentwicklung auswirke.

Die Daten des ersten Halbjahrs sprechen jedoch für sich: Der Marktanteil von reinen Elektroautos liegt mittlerweile bei 22 Prozent aller Neuzulassungen in Österreich. Gleichzeitig verzeichnen konventionelle Antriebe weiter Rückgänge. Die kontinuierlich steigenden Zulassungszahlen in den Monaten nach dem Auslaufen der staatlichen Förderung im Frühjahr belegen, dass die Elektromobilität in Österreich inzwischen auch ohne zusätzliche Kaufanreize auf Wachstumskurs bleibt.

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KO KOSMO-Redaktion
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