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PANDEMIE

Was die Corona-Mutation für Österreich bedeuten könnte

(FOTO: iStockphoto)

Experten beobachten gerade weltweit nervös zwei mutierte Varianten des Coronavirus. Beide wurden nun auch in Österreich nachgewiesen. Doch wie unterscheiden sie sich und welche Auswirkungen könnte das für uns haben?

Inzwischen gibt es zwei mutierte Varianten des Coronavirus – eine, die in Großbritannien ihren Lauf nahm und eine aus Südafrika. Beide Mutationen wurden auch bereits in Österreich festgestellt (KOSMO berichtete). Doch welche Auswirkungen haben die neuesten Infektionsfälle mit der Mutation für uns?

Zwei Mutationen des Coronavirus
Viren verändern sich mit der Zeit, es entstehen Mutationen, also winzige Modifizierungen im Erbgut. Solche Veränderungen können die Eigenschaften eines Virus beeinflussen, es also beispielsweise harmloser oder auch gefährlicher machen. Bei SARS-CoV-2 haben solche Mutationen das Virus offenbar leichter übertragbar gemacht.

Mittlerweile sind bereits zwei Mutationen des Coronavirus bekannt: Eine Variante, B.1.1.7, trat zunächst in Großbritannien auf. Mittlerweile ist sie jedoch in mehreren Ländern bestätigt. Auch in Österreich wurden heute die ersten vier Fälle bei einer Pressekonferenz des Sozialministeriums bekanntgegeben.

Eine weitere Variante tauchte Mitte Dezember in Südafrika auf, 501Y.V2. Auch von dieser Variante wurde heute der erste Fall in Österreich berichtet. Experten betonten jedoch bei einer Pressekonferenz, dass es sich derzeit noch um Einzelfälle handeln würde. Beide Varianten ähneln sich zwar genetisch, sind laut WHO aber unabhängig voneinander entstanden.

Erhöhte Infektiosität durch Mutation
Die Hinweise sprechen vermehrt dafür, dass sich die in Großbritannien nachgewiesene Variante deutlich schneller verbreitet als das bisherige Virus. Der R-Wert sei bei der Mutation um 0,4 bis 0,7 höher, sprich: Eine infizierte Person steckt im Schnitt mehr Menschen an, als beim „gewöhnlichen“ Coronavirus. Offenbar weisen Betroffene eine höhere Viruslast auf, was die erhöhte Infektiosität erklären könnte.

Gefährlicher sei die Variante nach derzeitigem Kenntnisstand grundsätzlich aber nicht. Auch ein schwererer Krankheitsverlauf durch die britische Mutation wird aus jetziger Sicht nicht angenommen. Zudem gehen Fachleute momentan davon aus, dass die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe nicht schlechter gegen die beiden Varianten wirken. Allerdings sei es nicht ausgeschlossen, dass sich solche Erreger noch bilden können.

Pandemie-Eindämmung wird durch Mutationen schwerer
Zwar scheinen die neuen Virus-Varianten an und für sich nicht gefährlicher zu sein, doch die erhöhte Ansteckungsfähigkeit könnte die Mutationen dennoch zu einem Problem für uns machen: Durch die erhöhte Ansteckungsfähigkeit wird es schwieriger werden, die Pandemie einzudämmen. Die Folgen: mehr Infizierte, mehr Kranke, eine höhere Belastung des Gesundheitssystems, mehr Tote.

Um dies zu verhindern werden auch schnellere und strengere Maßnahmen notwendig sein, wie Adam Lauring, ein Experte für Evolution von RNA-Viren an der US-amerikanischen Universität Michigan, in einem Podcast sagte: „Entscheidungsträger werden darüber nachdenken, was sie mit Blick auf Corona-Regeln tun müssen. Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen.“

Quellen und Links: