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GUT ZU WISSEN

Was feiern wir am 26. Oktober?

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(FOTO: iStock/Oleksii Liskonih)

Österreichs Bürger feiern am 26. Oktober den österreichischen Nationalfeiertag. Der Tag, an dem 1955 im österreichischen Nationalrat das Gesetz über die dauernde Neutralität verabschiedet wurde. Seitdem hat sich Österreich zu einem starken Nationalstaat mit demokratischem Rechtsstaat, funktionierender Sozialpartnerschaft, sozialer Marktwirtschaft und einem steten aktiven Einsatz für grundlegende Bürger- und Menschenrechte entwickelt.

Wie wurde der Nationalfeiertag früher gefeiert?

Der erste Nationalfeiertag der Republik Österreich wurde am 12. November 1919 gefeiert, dem ersten Jahrestag der Gründung der Ersten Republik nach dem Ersten Weltkrieg. Der zehnte Jahrestag wurde von der österreichischen Regierung mit großen Paraden auf dem Wiener Ring, wo ein Denkmal der Republik enthüllt wurde, gefeiert.

Während der Besetzung Österreichs 1938 wurde der Österreichische Nationalfeiertag eingestellt, was bis 1955 in Kraft war. Während des Nationalsozialismus, von 1938 bis 1945, wurde allerdings der 1. Mai als nationaler Feiertag gefeiert. Die österreichische Regierung hat am 20. August 1949 entschieden, den Tag der Arbeit erneut zum Nationalfeiertag zu erklären.

Am 15. Mai 1955 wurde der Staatsvertrag unterzeichnet, wonach Österreich wieder unabhängig wurde, und der Vertrag wurde von Frankreich, Großbritannien, der Sowjetunion und den USA ratifiziert. Nach dem Vertrag hatten die Besatzungsarmeen 90 Tage Zeit, Österreich zu verlassen. Am 25. Oktober 1955 lief diese Frist ab, und der 26. Oktober dieses Jahres war der erste Tag der österreichischen Neutralität.

Dann rief der Wiener Bürgermeister Franz Jonas das österreichische Volk über die Medien auf, den „Tag der Freiheit“ zu feiern, der der „Tag der endgültigen Befreiung“ sein wird.

Deshalb forderte er die Wiener Bevölkerung auf, „zwischen dem 22. und 25. Oktober an jedem Haus und an jedem Fenster Fahnen aufzuhängen“. An diesen Tagen wurden Konzerte auf dem Rathausplatz und Feuerwerke auf dem Heldenplatz veranstaltet. Gleichzeitig befahl der damalige Kultusminister Heinrich Drimmel (ÖVP) allen Schulen, den Flaggentag feierlich zu gestalten, damit die Schüler diesen historischen Moment im Unterricht erfahren.

Zehn Jahre später, 1965, prüften der Nationalrat und die Landesregierung alle Möglichkeiten für einen Nationalfeiertag. Zur Auswahl standen unter anderem der 12. November (Beginn der Ersten Republik 1918), der 27. April (Tag der österreichischen Unabhängigkeitserklärung), der 15. Mai (Unterzeichnung des Staatsvertrages von 1955) und der 26. Oktober (Beschluss über die österreichische Neutralität).

Die meisten Stimmen erhielt der 26. Oktober, weshalb an diesem Tag seit 1967 der Feiertagsfrieden gilt.

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