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INTERVIEW

„Was nach jetzt?“: Aldinas erster Roman, ein großer Erfolg

(FOTOS: zVg.)

Aldina Pinjić aus Niederösterreich schrieb während des Lockdowns ihren Erstlingsroman „Was nach jetzt?“. Innerhalb von vier Monaten entstand so eine packende Geschichte über häusliche Gewalt, psychische Herausforderungen und ähnliche Themen, die die Hauptprotagonisten des Romans auch noch zehn Jahre nach Corona beschäftigen. Wir trafen das 14-jährige Ausnahmetalent zum Interview.

KOSMO: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen bzw. wann hast du deine Liebe zu Literatur entdeckt?
Aldina Pinjić:
Ich liebe Literatur eigentlich schon immer. Vor allem Werke, die wichtige und ernste Themen behandeln, standen immer ganz oben auf meiner Leseliste. Während der Lockdowns ist mir dann aufgefallen, dass viele Menschen aggressiver wurden. Egal ob Jugendliche, oder Erwachsene. Ich habe es auch an mir selbst gemerkt. In dieser herausfordernden Situation hatte ich das Glück, das Schreiben zu haben. Es ist mein größtes Hobby und dem konnte ich auch nachgehen, während alles geschlossen war. Andere Dinge, wie das Tanzen, waren ja unmöglich.

Schon bereits vor deinem Roman hast du erste Schreiberfahrung gesammelt, richtig?
Ja, genau. Vor rund zwei Jahren habe ich damit begonnen, mich intensiver mit dem Schreiben auseinanderzusetzen. In meiner Familie war ich immer diejenige, die Glückwunschkarten und ähnliches verfasst hat. Meine Nachbarin hat mir empfohlen, beim Bezirksblatt etwas zu schnuppern. Im Dezember 2019 habe ich das auch getan, jedoch kam dann der Ausbruch der Corona-Krise Anfang 2020. Im Mai habe ich dann vom schreibArt-Wettbewerb gehört und einfach mitgemacht. Ich hatte richtig Bammel, meine Kurzgeschichte einzuschicken. Letztendlich habe ich den vierten Platz erreicht, worauf ich sehr stolz bin.

„Ich finde ein Autor sollte nicht nur unterhalten, sondern auch etwas aufzeigen und zum Nachdenken anregen.“

Aldina Pinjić

Wie entstanden die ersten Zeilen von „Was nach jetzt?“?
Ich schreibe aus dem Bauchgefühl. Bei mir wird nichts geplant und geplottet. Die ersten Seiten entstanden komplett spontan. Zuerst habe ich gedacht, dass das große Thema die häusliche Gewalt sein wird. Glücklicherweise habe ich so etwas nie erlebt. Meine Hauptprotagonistin Hanna ist jedoch Zeugin solcher Geschehnisse. Als ich mehr und mehr Seiten hatte, war mir jedoch klar, dass das die Jahre nach dem Lockdown der zentrale Punkt des Romans werden. Die Handlung spielt nämlich ein Jahrzehnt danach. Um den Roman so realistisch wie möglich zu gestalten, habe ich mich dann an die Frauenberatung Freiraum in Ternitz gewandt. Meine Mutter hat mir den Tipp dazu gegeben. Dort hatte ich dann eine Aufklärung zu diesem leider viel zu wenig besprochenen Thema.

Welche großen Fragen hattest du an die Frauenberatung?
Mich hat vor allem interessiert, wie alles so läuft, ob auch Täter professionelle Hilfe annehmen, oder wie sich das Opfer fühlt, oder ob die häusliche Gewalt Zeugen genauso schlimm trifft, oder nicht. Ich habe jedoch nicht nur ein Frauenhaus besucht, sondern auch viel in Fachliteratur recherchiert. Die hilfsbereiten Mitarbeiterinnen haben mir sehr dabei geholfen – ein großes Danke dafür. Ohne ihre Hilfe wäre der Roman nie so realistisch geworden und dank der Aufklärung wusste ich sofort, dass die Menschen, die in solchen Einrichtungen arbeiten richtige Helden ohne Kostümierung sind. Aus diesem Grund spende ich einen Teil der Einnahmen auch an das Frauenhaus Ternitz, die Frauenberatung Freiraum in Ternitz.

Wie kam es dazu, dass das Buch dann auch gedruckt wird? Hast du Verlage angeschrieben?
Ich bin Teil einer Autorengruppe und habe mir überlegt, einen Verlag anzuschreiben, da das etwas einfacher ist. Aber man muss auch einige Monate warten, bis man Rückmeldungen von den Verlagen erhält, diverse Exposés verfassen und dergleichen. Außerdem könnte es dazu kommen, dass die Herausgeber verlangen, dass man Dinge an seinem Buch ändert. Das kam jedoch für mich gar nicht in Frage. Aus diesem Grund haben wir uns für Selbstpublishing bei myMorawa entschieden. Jetzt ist es so, dass Bücher dann gedruckt werden, wenn eine Bestellung eingeht. Auch große Händler werden über myMorawa direkt über Neuerscheinungen informiert und sie können dann bestellen. So kam es dazu, dass „Was nach jetzt?“ auch mittlerweile bei Morawa, Amazon, Weltbild und anderen Händlern erhältlich ist. Das hätte ich mir nie im Traum vorstellen können.

Wie waren die Reaktionen bisher?
Bisher gab es nur positive Reaktionen auf meinen Roman. Aber ich bin mir bewusst, dass auch Negatives kommen könnte. Nicht jeder kann alles schön und toll finden. Ich habe bisher oft gehört, dass die Leser das Buch einfach nicht weglegen konnten und auf einmal verschlungen haben. Das freut mich besonders. Sie haben es nicht zwischendurch gelesen, sondern waren von der realistischen Darstellung einfach gefangen. Viele haben sich in der Handlung auch wiedergefunden. Oft habe ich auch gehört, dass die Leser es gar nicht glauben können, dass ich mit nur 14 Jahren solch einen Roman schreiben kann. Das macht mich, ehrlich gesagt, sehr stolz. Aber auch die Reaktionen aus meinem direkten Umfeld waren einfach unbeschreiblich. Alle Buchhändler und Bibliotheken in der Umgebung haben sich dazu entschieden, meinen Roman ins Sortiment zu nehmen und in meiner Schule wird das Buch sogar in die Schullektüre aufgenommen.

Was wünscht du dir, dass die Leser mitnehmen?
Ich würde mir wünschen, dass sie einen ähnlichen Weg wie mein Hauptcharakter Hanna gehen. Ich hoffe das mein Roman von häuslicher Gewalt Betroffenen eine Art Stütze und Halt gibt und ihnen auch dabei hilft, sich wieder auf die schönen Seiten des Lebens zu konzentrieren. All jene Leser, die so etwas glücklicherweise nicht erleben mussten, möchte ich auf jeden Fall sensibilisieren und dem Thema das Tabu nehmen. Häusliche Gewalt ist nichts, wofür man sich schämen muss.

Könntest du dir vorstellen, auch hauptberuflich Autorin zu werden?
Das ist ein sehr schöner Gedanke. Nur sollte ich einmal wirklich das Schreiben zu meinem Beruf machen, dann möchte ich keinesfalls Bücher nur dann verfassen, wenn ich Geld brauche. Sondern eher nur dann, wenn ich Lust und Laune und noch viel wichtiger eine gute Inspiration habe. Ich bin einfach ein Freigeist und habe große Ansprüche an meine eigenen Werke. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass mein Beruf irgendwie mit dem Schreiben, Sprechen und all dem zu tun hat. Deswegen habe ich mich auch für die HLA Baden Zweig Kultur- und Kongressmanagement entschieden, welche ich ab Herbst besuchen werde.

Wie geht’s nun weiter? Schreibst du an etwas Neuem?
Vorgesehen ist es, dass ich bei der Sommerbühne in Neunkirchen eine Lesung gebe. Und auch im Herbst in der Stadtbibliothek Ternitz werde ich mein Buch präsentieren. Ich hätte auch schon eine Idee für einen weiteren Roman, der auf der Geschichte von „Was nach jetzt?“ aufbaut. Es wäre die Erzählung der Handlung aus der Perspektive eines Nebencharakters, aber mehr möchte ich noch nicht verraten, denn vielleicht kommt es ja gar nicht dazu, dass ein ganzes Buch daraus wird. (lacht)

GEWINNSPIEL: KOSMO verlost 3 Exemplare von „Was nach jetzt?“. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, fülle einfach bis 18.7.2021 das untenstehende Formular aus.

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