Wie viel EU steckt im Land?

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Wie viel EU steckt im Land?

Die meisten Lottoscheine bei den EuroMillionen kaufen die Engländer. Auch Österreicher dürfen teilnehmen; in Deutschland gibt es die Option auf den Jackpot nur über Drittanbieter wie Lottoland. (FOTO: pixabay.com © GDJ (CC0 Public Domain)

Die Europäische Wertestudie 2018 ergab: Den typischen Österreicher gibt es nicht mehr. Zu dieser Schlussfolgerung kam Studienleiterin Prof. Mag. Dr. Sylvia Kritzinger. Festgemacht habe sie diese Aussage daran, dass der typische Österreicher aus den 1990ern nur geborene Österreicher als Landsmänner anerkannte, in erster Linie Arbeit kannte und andere Lebensformen, wie beispielsweise die der Homosexualität, ablehnte.

Das sei heute, knapp 30 Jahre später, anders. An der Akzeptanz, jene, die nicht in Österreich geboren wurden, als Landsmänner und Landsfrauen anzuerkennen, macht die Professorin fest, dass Österreich deutlich inklusiver geworden sei. In Migrationsthemen herrscht allerdings nach wie vor nicht immer Einigkeit, was allerdings an anderer Stelle diskutiert werden muss. Im Fokus dieses Beitrags soll hingegen eine andere Frage stehen – und zwar: Wie viel EU steckt eigentlich im Land?

Österreicher hoffen auf den europäischen Jackpot

Die Gewinnfreudigen aus Großbritannien sind (noch) die Spitzenreiter, wenn es um den Kauf der Lottoscheine der EuroMillionen geht. 35 Prozent der verkauften Scheine entfallen auf die Briten, die vielleicht gar nicht mehr lange mitzocken dürfen, wenn der Brexit erst Wirklichkeit wird. Insgesamt haben aktuell 13 Nationen die Chance auf einen europäischen Jackpot – darunter die Schweiz, Spanien, Portugal, Österreich, Monaco, Luxemburg, Liechtenstein, Irland, die Isle of Man, Andorra, Belgien und Frankreich. Richtig gelesen: Unsere deutschen Nachbarn sind nicht dabei, können aber über Drittanbieter, wie beispielsweise Lottoland, eine Chance auf den europäischen Jackpot erhalten – und sogar Gratistipps sichern.

Wie’s funktioniert ist jedem Österreicher bestens bekannt: Zunächst werden fünf Zahlen zwischen 1 und 50 ausgewählt; dann werden zwei sogenannte Sternzahlen zwischen 1 und 12 bestimmt. Auf einem Tippschein sind sechs Tippfelder zusammengefasst, pro Tippfeld fällt eine Gebühr von 2,50 Euro an. Die Gewinnchancen sind mit denen aus dem deutschen 6-aus-49-Lotto zu vergleichen. Sie liegen bei 1 zu 140 Millionen. Für die einzelnen Gewinnklassen gelten unterschiedliche Gewinnchancen und -quoten. Die Ziehung erfolgt dienstags und freitags um 21.30 Uhr in Paris.

536 Millionen aus dem Europäischen Fonds fließen nach Österreich

Mit Blick auf diese horrenden Summe ist die Rede von den EU-Regionalförderungen, die als Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung, kurz: EFRE, bezeichnet werden. Am 1. November 2019 zeigte die Zähl-Uhr an, dass 409 Millionen an Fördermitteln abgerufen wurden – und in 1206 genehmigte Projekte geflossen sind. Zur Verfügung steht die Gesamtsumme, zu der noch 127 Millionen Euro Luft sind bis 2020, das heißt: die Programmperiode lief von 2014 bis 2020. Zwischenfazit: Gut drei Viertel der Gelder sind gebunden, etwa 27 Prozent wurden bereits ausbezahlt.

409 Millionen von insgesamt 536 Millionen an Fördermitteln wurden bereits beantragt und teilweise sogar schon ausbezahlt. Der Topf, aus dem das Geld stammt, heißt Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung. (FOTO: pixabay.com © Capri23auto (CC0 Public Domain)

Während der aktuelle Status Quo der Zahlen veröffentlicht wurde, gab es darüber hinaus bereits Planungen für die Zeit danach, die inhaltlich auf drei Säulen fußen soll:

1. Mit dem langfristigen Ziel, ein intelligenteres Europa zu erschaffen, soll in Forschungen und Innovationen investiert werden. Das soll langfristig auch die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen im Land optimieren.
2. Um Europa grüner und CO2-ärmer zu machen, stehen Themen auf der Agenda wie etwa die Förderung der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien sowie der Kreislaufwirtschaft.
3. Ein bürgernahes Europa ist das dritte Schlagwort, das zwischen 2021 und 2027 im Fokus stehen soll. Das bedeutet auch: Eine nachhaltige Entwicklung soll forciert werden – und zwar vor allem mit Blick auf die Städte sowie in der Stadt-Land-Beziehung.

Mit diesem Drei-Punkte-Plan ändert sich auch die grundsätzliche EU-Richtung. Bis dato lag der Stellenwert noch auf Wachstum und Beschäftigung, künftig sollen Innovation, Forschung und die Steigerung der Produktivität im Fokus stehen. Das finale Konzept wird für das Frühjahr 2020 erwartet. Wie hoch das EU-Budget sein wird, wird sich im kommenden Jahr herausstellen.

Österreich feiert am 1. Jänner seinen 25. EU-Geburtstag

Kaum zu glauben, aber wahr: Es ist mittlerweile 25 Jahre her, dass das Land in die EU eingetreten ist. Gemeinsam mit Finnland und Schweden unterzeichneten die Vertreter des Landes am 1. Jänner 1995 die EU-Mitgliedsurkunde, was auch bedeutet: In wenigen Wochen feiert das Land seinen 25. EU-Geburtstag. Einstimmig fiel die Entscheidung im Vorfeld allerdings nicht. Bei der Volksabstimmung, die nach den Beitrittsverhandlungen erfolgte, sprachen sich nur zwei Drittel der Österreicher für einen EU-Beitritt aus.

Am 1. Jänner feiert Österreich das 25-jährige EU-Jubiläum. Beigetreten ist das Land im Jahr 1995. (FOTO: pixabay.com © GDJ (CC0 Public Domain)

Zunächst wurde das Reisen im Land deutlich vereinfacht, denn: Dank dem Schengener Abkommen gab es keine Grenzkontrollen mehr. Dieses Abkommen galt für einige EU-Länder, aber auch Nicht-EU-Länder unterzeichneten diesen Pakt zum leichteren Reisen. Erst sieben Jahre nach dem EU-Beitritt, also am 1. Jänner 2002 löste die EU-Währung, der Euro, die österreichischen Schilling ab. Rein politisch betrachtet agieren das österreichische Parlament sowie die Abgeordneten in der EU.

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