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Silvesternacht

Wien: 13-Jähriger durch Rakete schwer verletzt

(FOTO: pixabay/meineresterampe)
(FOTO: pixabay/meineresterampe)

Wien begrüßte das neue Jahr mit einem Paukenschlag, der jedoch nicht nur Freude, sondern auch ein hohes Maß an Chaos und Verwüstung mit sich brachte. Die Wiener Landesleitzentrale der Polizei verzeichnete am Silvesterabend eine Flut von 4.655 Notrufen, die 1.930 Einsätze auslösten.

Die Anzahl der Anzeigen und Organmandate nach dem Pyrotechnikgesetz stieg auf 198, während die Behörden 3.669 pyrotechnische Gegenstände sicherstellten.

Anzeige gegen Unbekannt

Im 17. Bezirk ereignete sich in der Bergsteiggasse gegen 2:30 Uhr ein tragischer Vorfall während der Silvesterfeierlichkeiten. Ein 13-jähriger Junge, der sich zusammen mit seiner Familie auf der Straße befand, wurde durch eine Rakete schwer verletzt. Der Bub erlitt dabei schwere Verbrennungen an den Händen und verlor eine Fingerkuppe. Die Berufsrettung Wien übernahm die Erstversorgung, bevor der 13-Jährige in ein Krankenhaus gebracht wurde. Eine Anzeige gegen eine unbekannte Täterschaft wurde bei der Staatsanwaltschaft Wien erstattet.

Neben dem Buben, zog sich ein 23-Jähriger im Kongresspark in Ottakring Verletzungen an einer Hand und im Gesicht zu. Der junge Mann hatte versucht, einen pyrotechnischen Gegenstand zu zünden, der nicht nur ihn, sondern auch einen Holztisch beschädigte.

Sachbeschädigungen

Die Wiener Polizei hatte es jedoch nicht nur mit Verletzungen zu tun. In Liesing verursachte der Einsatz von Pyrotechnik eine schwere Sachbeschädigung an der Eingangstür eines Jugendtreffs. Zwei Jugendliche, ein 14- und ein 12-Jähriger, wurden angezeigt. Im Bezirk Landstraße berichtete ein 35-Jähriger, von mehreren Jugendlichen angegriffen und mit einem Messer verletzt worden zu sein. Ein Polizeibeamter wurde verletzt, als der Mann um sich schlug. Die Polizei stellte jedoch fest, dass keine Messerstiche sichtbar waren. In Floridsdorf führte fahrlässiger Umgang mit Pyrotechnik zum Brand einer Gartenhütte.

Viele Einsätze der Feuerwehr und Rettungsdienste

Die Berufsrettung hatte in den 24 Stunden des Jahreswechsels alle Hände voll zu tun und meldete 1.013 Einsätze. „Es war eine anstrengende Nacht“, kommentierte eine Sprecherin. Die Berufsfeuerwehr Wien wurde zu 250 Einsätzen gerufen, darunter Balkon- und Vegetationsbrände, brennende Abfallbehälter und technische Hilfeleistungen.

In einer Wohnhausanlage in Meidling stellten Unbekannte Barrikaden auf, um die Feuerwehr an ihrer Arbeit zu hindern. Ein positives Highlight stellte jedoch der Einsatz in der Donaustadt dar: Ein Feuerwehrmann rettete eine Katze von einem Baum und übergab sie ihrer Besitzerin.

Illegales Feuerwerk: bis zu 10.000 Euro Strafe!

Ein Großbrand in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Brigittenau hielt die Feuerwehr über fünf Stunden in Atem. Das Feuer war im Shop des Gebäudes ausgebrochen und hatte sich über die Lüftungsanlage auf die Fußbodenkonstruktion des darüberliegenden Stockwerks ausgebreitet. Mit Motortrennsägen öffnete die Feuerwehr die Deckenkonstruktion und die Lüftungsanlage, um das Feuer zu bekämpfen und die Bewohner in Sicherheit zu bringen.

Die Silvesternacht in Wien war somit geprägt von einer Vielzahl an Einsätzen, die sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr und Rettungsdienste an ihre Grenzen brachten. Es bleibt zu hoffen, dass der Jahreswechsel 2023 friedlicher verlaufen wird.