Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Aktivisten

Wir wollen, dass sie Angst haben“: In diesem Urlaubsland werden Touristen mit Wasserpistolen vertrieben

Wir wollen, dass sie Angst haben“: In diesem Urlaubsland werden Touristen mit Wasserpistolen vertrieben
Graffitis gegen den Massentourismus in Spanien. FOTO: EPA/CATI CLADERA
2 Min. Lesezeit |

Mit Wasserpistolen gegen Urlaubermassen: Barcelonas Aktivisten planen für Samstag eine ungewöhnliche Protestaktion. Die Botschaft an Touristen ist unmissverständlich.

Der Widerstand gegen den Massentourismus in Spanien nimmt weiter Fahrt auf. Für den kommenden Samstag haben Aktivisten erneut zu Demonstrationen in Barcelona aufgerufen. Diesmal sollen die Teilnehmer mit Wasserpistolen ausgestattet durch die Straßen ziehen und unerwünschte Besucher gezielt bespritzen. Die Aktivistin Elena Boschi machte kürzlich vor Pressevertretern die Intention unmissverständlich klar: „Wir wollen, dass die Touristen ein gewisses Maß an Angst vor der Situation haben, denn ohne Angst gibt es keine Veränderung.“

Die Geduld der Barceloner ist erschöpft. Jährlich strömen mehr als zwölf Millionen Besucher in die katalanische Küstenmetropole. Spanischen Medienberichten zufolge besichtigen allein fünf Millionen Menschen den berühmten Park Güell und die noch immer unvollendete Sagrada Família. Zusätzlich drängen täglich tausende Kreuzfahrtpassagiere für wenige Stunden in die Stadt, verstopfen die Flaniermeile Las Ramblas und die engen Gassen des historischen Stadtzentrums.

⇢ Nächstes Urlaubsland verlangt Abgabe: Touristen-Boom bringt erste Steuer-Keule

Nächtliche Konflikte

Besonders nachts sorgen kulturelle Differenzen für Unmut bei den stolzen Einheimischen. In zahlreichen Wohnvierteln, die mittlerweile von Airbnb-Unterkünften durchsetzt sind, verweilen Kurzzeiturlauber bis spät in die Nacht lärmend auf Balkonen – ein absolutes Tabu in den traditionellen Arbeiterquartieren, vor allem für die ältere Generation. Die zunehmende Kurzzeitvermietung treibt nicht nur die Mietpreise in die Höhe, sondern öffnet dem exzessiven Partytourismus alle Türen und verdrängt gleichzeitig die ursprünglichen Bewohner aus ihren Vierteln.

⇢ Venedig in Aufruhr: Bezos-Hochzeit blockiert ganze Stadt

Radikale Maßnahmen

Bürgermeister Jaume Collboni sorgte bereits im vergangenen Jahr für Aufsehen mit seiner Ankündigung, bis Ende 2028 sämtliche Ferienwohnungsvermietungen in Spaniens zweitgrößter Stadt zu untersagen. Etwa 10.000 touristische Unterkünfte sollen geschlossen und wieder dem regulären Wohnungsmarkt zugeführt werden. Das spanische Verfassungsgericht bestätigte diese Entscheidung im März dieses Jahres und wies Einsprüche von Airbnb sowie Berufungen der Eigentümer zurück.

Trotz der Tatsache, dass der Tourismussektor rund 125.000 Arbeitsplätze sichert und fast 15 Prozent der städtischen Wirtschaftsleistung ausmacht, fordern die Gegner des Massentourismus grundlegende Veränderungen.

Wie genau diese aussehen könnten, bleibt allerdings noch im Dunkeln.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen