WhatsApp steht vor einem Wendepunkt: Europäische Nutzer müssen bald zwischen Werbung oder monatlich 4 Euro wählen. Die Privatnachrichten bleiben verschlüsselt und werbefrei.
WhatsApp bereitet sich auf ein neues Geschäftsmodell vor, das durch EU-Regulierungen notwendig wird. Die strengen europäischen Datenschutzbestimmungen zwingen den Messenger-Dienst, Nutzern künftig die Wahl zwischen werbefinanzierter Nutzung und einem kostenpflichtigen Abo ohne Werbung anzubieten. In der neuesten Android-Beta-Version 2.26.3.9 ist nun erstmals ein konkreter Preis für die werbefreie Variante erkennbar: Etwa 4 Euro monatlich werden fällig, wenn Nutzer den „Aktuelles“-Bereich ohne Werbeunterbrechungen nutzen möchten.
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Werbemodell im Detail
Diese Strategie entspricht dem bereits bei anderen Meta-Plattformen eingeführten Modell. Nutzer, die nicht zahlen wollen, müssen künftig mit gesponserten Kanälen und Werbeanzeigen zwischen den Status-Updates ihrer Kontakte rechnen. Die Werbung beschränkt sich dabei ausschließlich auf den Bereich für Statusmeldungen und Kanäle, da hier keine Entschlüsselung der Ende-zu-Ende-verschlüsselten Privatnachrichten erforderlich ist.
Für das Werbe-Targeting werden lediglich grundlegende Informationen wie Standort und Spracheinstellungen verwendet. Die direkten Kommunikationsfunktionen – persönliche Chats und Anrufe – bleiben nach aktuellen Informationen werbefrei.
Umsetzung und Zeitplan
Das Abonnement wird als In-App-Kauf über den Google Play Store abgewickelt, wo Nutzer es auch verwalten und bei Bedarf kündigen können. In den USA laufen bereits seit dem Vorjahr Tests mit Werbeanzeigen, die nun unvermeidlich auch Europa erreichen werden.
Nach fast zwei Jahrzehnten ohne nennenswerte Einnahmequellen erschließt der Meta-Konzern damit neue Umsatzpotenziale. Mit der vollständigen Einführung wird voraussichtlich im Jahr 2026 zu rechnen sein, sobald alle technischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.